Höchste Zeit für Nistkästen – die Vogelhochzeit naht
14.03.2025 Junges EnnstalWenn die Singvögel im Frühling ihre Lieder anstimmen, beginnt auch die Brutzeit vieler Arten. Jetzt ist auch der richtige Zeitpunkt, um ihnen mit Nistkästen eine Bleibe zu bieten.
Der Naturschutzbund bietet Anleitungen für verschiedene Vogelarten ...
Wenn die Singvögel im Frühling ihre Lieder anstimmen, beginnt auch die Brutzeit vieler Arten. Jetzt ist auch der richtige Zeitpunkt, um ihnen mit Nistkästen eine Bleibe zu bieten.
Der Naturschutzbund bietet Anleitungen für verschiedene Vogelarten und Tipps zur Anbringung der Nistkästen und Bruthöhlen für Bastler, die selbst zum Werkzeug greifen möchten. Es ist wichtig auf die Vorlieben der diversen Vogelarten einzugehen, denn nur so kommen sie in den eigenen Garten, um dort zu brüten. Vogelarten wie die Kohl- und Blaumeise benötigen kleine Höhlen als Nistplatz. Da es in der Natur nur sehr wenige höhlenreiche Bäume gibt, ist es wichtig in diesen Regionen mit Nisthilfen Abhilfe zu schaffen. In Gebieten, in denen es solche Bäume noch gibt, ist es essenziell diese auch zu erhalten, um den Vögeln naturbelassene Brutstätten zugänglich zu machen. Auch Nischenbrüter, die in geschützten Nischen, Spalten oder Hohlräumen ihre Nester bauen, kann man durch spezielle Halbhöhlen-Kästen in den eigenen Garten locken. Zu den Nischenbrütern zählen Vogelarten wie die Bachstelze, Grauschnäpper und der Hausrotschwanz. Neben der richtigen Nistkästenmerkmale im Bezug auf die Vogelart ist es auch wichtig, die richtigen Materialen sowie Maße zu verwenden. Sägeraues, unbehandeltes Holz eignet sich sehr gut dafür. Empfohlen wird eine Dicke von etwa zwei Zentimetern. Auch bei der Größe ist einiges zu beachten. Zu klein bedeutet kein Platz für die Jungenaufzucht und kein Schutz vor Fressfeinden. Auch die Größe des Einfluglochs ist wichtig, beispielsweise benötigen Kohlmeisen ein 32 Millimeter breites Loch und Blaumeisen hingegen nur 28 Millimeter. Nun geht es um den Ort, an dem der Kasten angebracht wird. Schutz vor Nässe und Wind sind wichtig sowie eine Höhe von zwei bis drei Metern ist einzuhalten. Weiters ist darauf zu achten, dass die Nistkästen möglichst katzen- und mardersicher angebracht werden. Dafür eignen sich Hausmauern. Um die Brutstätten dann noch vor dem Herunterfallen zu schützen, sollten sie möglichst mit Alu-Nägeln oder Drahtbügeln befestigt werden. Somit wird auch die Rinde, wenn Nistkästen an Bäumen festgemacht werden, nicht beschädigt. Besonders wenn man Nistkästen an Bäumen befestigt, muss darauf geachtet werden, die Landeanflugbahn möglichst freizuhalten. Auch direkte Sonneneinstrahlung ist nicht gut für die Vögel. Um das neue Zuhause der gefiederten Bewohner dann noch vor Pilzbefall und Feuchtigkeit zu schützen, kann Leinöl oder ungiftige, umweltfreundliche Farbe für die Wände außen verwendet werden. So ist garantiert, dass der Kasten mehrere Saisonen verwendet werden kann.
Geht es um die Nachbarschaft der Vögel, so muss auch diese sorgfältig geplant sein, um diese möglichst konflikt- und stressfrei zu gestalten. Einerseits gibt es die Regel, Nisthilfen von gleicher Bauart in mindestens zehn Metern Entfernung voneinander aufzustellen und auf der anderen Seite gibt es sogenannte Koloniebrüter, wie die Haussperlinge, die in einem großen Familienbund leben und es gerne geselliger haben. Nisthilfen angebracht im Reihenhausstil, sind daher bevorzugte Nistplätze.
Natürlich macht ein nettes Zuhause noch nicht die ganze Miete aus. Es muss auch das drumherum geeignet sein. Ein wichtiges Kriterium ist dabei die Nahrungsverfügbarkeit. Es muss genügend Insekten zur Aufzucht der Jungen geben. Naturbelassene Ecken im Garten eigen sich dafür perfekt. Außerdem bieten Naturgärten auch anderen Lebewesen wie Igeln, Wildbienen, Erdkröten und Zauneidechsen ein Zuhause. Auch für Vogelarten wie dem Mauersegler oder Turmfalken können eigens angefertigte Nistkasten-Typen gebaut und aufgestellt werden. Und genau aufgrund dieser Artenvielfalt im eigenen Garten sollte überall auf Pestizide verzichtet werden. Sie können direkte Vergiftungen auslösen oder langfristig die Nahrungskette stören.
Christina Gösweiner


