Grüne Oasen in der Stadt
03.07.2026 Junges EnnstalInmitten von Beton, Asphalt und Häuserschluchten hat sich eine kleine Nischenbewegung, zu einer neuen Trendbewegung durchgesetzt. Die Rede ist von Urban Gardening, also dem Gärtnern in städtischen Räumen.
Hoch oben auf den Dachterrassen, auf Balkonen ...
Inmitten von Beton, Asphalt und Häuserschluchten hat sich eine kleine Nischenbewegung, zu einer neuen Trendbewegung durchgesetzt. Die Rede ist von Urban Gardening, also dem Gärtnern in städtischen Räumen.
Hoch oben auf den Dachterrassen, auf Balkonen oder in Gemeinschaftsgärten – immer mehr Menschen in der Stadt entdecken die Freude am Anbau von Kräutern, Gemüse, Blumen oder kleinen Obstpflanzen wie Erdbeeren. Was ist Urban Gardening jedoch genau? Urban Gardening bezeichnet im Allgemeinen das Bewirtschaften von Grünflächen in urbanen Räumen. Dazu gehören jedoch nicht nur klassische Gärten, sondern auch Hochbeete, vertikale Gärten an Hauswänden, oder Gemeinschaftsprojekte auf Brachflächen. Ihren Ursprung findet die Bewegung in den 1970er Jahren in New York, als Anwohner dort vernachlässigte Grundstücke in grüne Oasen verwandelten. Heute ist es ein globales Phänomen und hat weite Teile der Welt erreicht.
Die Motive der Urban Gardner sind vielfältig. Manche wollen einfach selbst frische Lebensmittel ernten, andere suchen jedoch einen Ausgleich zum stressigen Alltag. Wieder andere engagieren sich für Nachhaltigkeit und wollen einen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Durch den Anbau zu Hause werden lange Transportwege vermieden und die CO2 Emissionen reduziert. Zudem fördern grüne Flächen die Biodiversität besonders in städtischen Regionen. Insekten, Vögel und andere Tiere finden in diesen Gärten einen Lebensraum. Außerdem profitiert auch das Stadtklima, denn Pflanzen kühlen die Luft und tragen zu einer verbesserten Luftqualität bei. Urban Gardening verbindet so oftmals all diese Aspekte und schafft Räume für Begegnung und Gemeinschaft. Denn viele dieser Urban Gardening Projekte sind Gemeinschaftsprojekte. In Wien beispielsweise gibt es viele Gemeinschaftsgärten, in denen viele verschiedene Menschen zusammenarbeiten. Projekte wie diese können den Zusammenhalt stärken und den zwischenmenschlichen Austausch fördern. Gleichzeitig bieten diese Gärten Kindern in Städten einen Einblick in die Herkunft ihres Essens. Sie können entdecken, wie die Pflanzen wachsen und lernen so einen besseren Umgang mit ihnen. Au- ßerdem haben Gärten einen nachgewiesenen positiven Effekt auf das Wohlbefinden. Studien zeigen, dass die Arbeit mit Pflanzen Stress reduziert und so zu einem guten Gefühl beitragen kann.
Wien zählt zu den grünsten Großstädten Europas und ist auch beim Urban Gardening ein Vorreiter. Beispielsweise der Gemeinschaftsgarten Bennogarten, der immer für alle zugänglich ist. Dort kann man den Wildbienen lauschen und das schöne Wetter genießen. Ein weiteres Beispiel ist das „Himmelbeet“ in Wien der Caritas. Es geht dort um ein allumfassendes Konzept von Gärtnern, Bildung und Gemeinschaft.
Nicht alle Personen haben Platz für klassische Beete, oder wollen an Gemeinschaftsprojekten teilhaben. Doch Urban Gardening ist auch auf sehr begrenztem raum möglich. Vertikale Gärten, bei denen Pflanzen an Wänden oder in speziellen Regalsystemen wachsen können, sind platzsparende Alternativen und es gibt trotzdem etwas Grünes. Auch Architekt*innen experimentieren mit dieser Form von Begrünung. Es gibt beispielsweise den Ansatz Dachflächen zu begrünen und so nicht nur das Aussehen der Gebäude zu verbessern, sondern auch die Energieeffizienz dieser zu verbessern und positiv zur Luftqualität beizutragen.
Trotz vieler Vorteile gibt es auch Herausforderungen. Nicht alle Flächen sind für den Anbau geeignet und der Zugang zu Wasser kann, vor allem wenn es größere Projekte sind schwierig sein. Auch rechtlich gibt es ein paar Dinge zu beachten, denn nicht alle Flächen dürfen einfach so bewirtschaftet werden.
Dennoch ist es im Allgemeinen eine gute Sache. Es zeigt, dass auch in dicht besiedelten Gegenden Platz für Natur ist und verbindet Nachhaltigkeit, Gärtnern und Gemeinschaft. Die Zukunft des Urban Gardening sieht also vielversprechend aus und es sind immer mehr Menschen dazu motiviert selbst zur Schaufel, Saatgut und Gießkanne zu greifen.
Christina Gösweiner


