Gold für Lukas Hasler
06.03.2026 RegionalesMit seiner neuen CD „Gold“ begibt sich Lukas Hasler auf eine Reise durch das vielfältige Klangrepertoire der Orgel. Der junge Gaishorner hat dazu Werke neu arrangiert.
Ihre neue CD erscheint demnächst am 27. März. ...
Mit seiner neuen CD „Gold“ begibt sich Lukas Hasler auf eine Reise durch das vielfältige Klangrepertoire der Orgel. Der junge Gaishorner hat dazu Werke neu arrangiert.
Ihre neue CD erscheint demnächst am 27. März. Wieso trägt sie den Namen Gold?
„Es ist die Farbe, die einem sofort in den Sinn kommt, wenn man an den Saal des Wiener Musikvereins denkt: die goldene Decke, die goldene Rieger-Konzertorgel, der goldene Saal. In diesem Ambiente habe ich meine neue CD aufgenommen. Allerdings nachts“ (lacht).
Wieso nachts?
„Weil es die einzige Zeit ist, in der man in diesem Saal wirklich Ruhe hat und nicht dem Trubel einer Millionenstadt ausgesetzt ist. Die Aufnahme dauerte von 22 Uhr bis 5 Uhr morgens. Das war ganz schön fordernd.“
Ihre neue Veröffentlichung vereint Werke von berühmten Komponisten, wie Mozart und Bach. Zu hören sind allerdings keine Reproduktionen, sondern Verwandlungen. Wie kann man sich das vorstellen?
„Ich habe Werke, die entweder für Klavier oder für ein ganzes Orchester komponiert wurden, für das Spiel auf der Orgel übertragen. Es ist ein buntes Potpourri und soll dieses Instrument mit all seinen Klangfarben zeigen. Mit dabei sind auch zwei Weltneuheiten: Mozarts G-Dur-Sonate und die Romanze Nr. 2 von Robert Schumann gab es zuvor in dieser Form noch nie zu hören.“
Warum haben Sie gerade diese beiden Stücke ausgesucht?
„Ich habe erst vor fünf Jahren entdeckt, dass der Komponist Edvard Grieg diese Klaviersonate von Mozart bearbeitet und ein zweites Klavier als Begleitung hinzugefügt hat. Natürlich mit einer völlig anderen Stilistik, da die zweite Komposition erst 150 Jahre nach der ursprünglichen entstanden ist. In der Musik ist es wie in der Architektur: Man erkennt die verschiedenen Epochen sofort. Diese beiden unterschiedlichen Melodien habe ich auf die Orgel gelegt und spiele sie alleine.“
Und wie sieht es mit der Romanze von Robert Schumann aus?
„Bei diesem Stück wollte ich herausfinden, ob es funktioniert, wenn meine Hände meine Füße begleiten. Das war eine echte Herausforderung, die sportlichem Ehrgeiz gleichkommt.“
Wie lange haben Sie an dieser CD gearbeitet?
„Ich habe mich einige Monate lang auf Klangsuche begeben. Eine Pause gibt es jetzt trotzdem nicht. Denn im Herbst wird schon die nächste CD erscheinen.“
Was erwartet uns dabei?
„Auf meiner dritten CD werde ich gemeinsam mit dem Radio-Symphonieorchester Wien zu hören sein. Mehr wird einstweilen noch nicht verraten.“
Sie sind Doktorand an der University of Southern California und leben in Wien und Los Angeles. Wo werden Sie künftig Ihren Lebensmittelpunkt haben? In Österreich? Den USA?
„Ich war schon als Kind immer wieder in den USA und habe mich stets gefragt, wie es wohl wäre, hier zu leben. Das war auch der Grund, warum ich mein Doktorat hier mache. Aktuell verbringe ich etwa gleich viel Zeit in Wien und Los Angeles. Das passt für mich gut und soll auch in Zukunft so bleiben. “
Ihr nächstes Konzert geben Sie am 14. März um 19 Uhr in der Stadtpfarrkirche in Rottenmann. Wird man dabei auch einen Vorgeschmack auf Ihre neue CD bekommen?
„Auf jeden Fall. Ich werde ein paar Werke daraus spielen und auch davon erzählen. Zudem wird es auch Filmmusik zu hören geben und noch weitere bekannte Melodien. Es wird eine große Reise durch das Orgelrepertoire.“
Videowalls sind Ihr Markenzeichen. Wird es auch bei diesem Konzert eine Liveübertragung in den Altarraum geben?
„Ja, genau. Ich will, dass die Menschen mir beim Orgelspiel zusehen können. Denn viele haben dieses Instrument zwar schon gehört, doch die wenigsten haben gesehen, wie man es spielt. Darüber hinaus moderiere ich auch das Konzert und spreche über technische Details. Nach meinem Auftritt gibt es ein Meet and Greet, bei dem ich Fragen beantworte. Eine Gelegenheit, die immer gerne genutzt wird.“
Sie spielen nicht nur in Rottenmann, sondern hatten bereits Auftritte in den großen Kathedralen mehrerer Kontinente. Was waren die außergewöhnlichsten Orte, an denen Sie auf der Orgel gespielt haben?
„Da gab es einige, wie etwa die nördlichsten Kirche der Welt, die in Spitzbergen steht. Letzten Oktober hatte ich einen Auftritt in der weltweit größten Kirche an der Elfenbeinküste in Afrika und vielleicht werde ich auch bald in der südlichsten Kirche der Welt spielen können – in der Antarktis. Die Vorbereitungen laufen bereits, denn um überhaupt dorthin zu kommen, müsste mich das neuseeländische Militär hinfliegen. Die Chapel of the Snows befindet sich nämlich in einer Forschungsstation. Vielleicht lässt sich ein Auftritt dieses oder nächstes Jahr realisieren.“
Wer wäre Ihr Publikum?
„Menschen, die dort forschen und arbeiten. Jemanden mitnehmen oder einladen könnte ich wohl nicht“ (lacht).
Sie leiten auch den Palten-Klang-Chor, der letztes Jahr sein zehnjähriges Jubiläum gefeiert hat. Was werden wir als nächstes von Ihrem Chor zu hören bekommen?
„Wir proben derzeit für das größte Konzert, das wir je gegeben haben. Am Samstag, dem 6. Juni, werden wir um 18 Uhr in der Stadtpfarrkirche in Trieben die gesamte Carmina Burana von Carl Orff aufführen. Begleiten wird uns dabei das Streichorchester Bad Goisern und ebenso der Kinderchor aus Bad Ischl und Bad Goisern. Insgesamt werden um die 140 Ausführende auf der Bühne sein. Ein wirklich großartiges Erlebnis, das die Zusehenden erwartet.“
