Gesäuse tritt in die Pedale
05.06.2026 RegionalesMit einem neu ausgewiesenen Radweg möchte das Gesäuse bei Gästen punkten. Nachterlebnisse unter dem Sternenhimmel und mehr Gästebetten ergänzen das Angebot.
„Bussi, Baba“ heißt es im Gesäuse, wo eine neue Gravelbike-Strecke ...
Mit einem neu ausgewiesenen Radweg möchte das Gesäuse bei Gästen punkten. Nachterlebnisse unter dem Sternenhimmel und mehr Gästebetten ergänzen das Angebot.
„Bussi, Baba“ heißt es im Gesäuse, wo eine neue Gravelbike-Strecke „das Beste, das die Region zu bieten hat, verbindet“, sagt Gesäuse-Tourismus-Chefin Jaqueline Egger beim Sommergespräch, zu dem der Tourismusverband, das Stift Admont, der Nationalpark Gesäuse, der Naturpark Steirische Eisenwurzen und die JUFA-Hotels letzten Freitag in den Weidendom geladen hatten. Das aus 1400 meterlangen Weideruten bestehende Wahrzeichen des Nationalparks liegt ebenso wie Wald, Wasser, Berge und Kulturbetriebe entlang der neuen Gravelbike-Strecke, die mehrtägig durch das Gesäuse führt. Die als Schleife angelegte Route soll jedoch „nicht bloß eine Linie auf der Karte sein, sondern eine Einladung, das Gesäuse neu zu entdecken“, betont Egger. Ganz nach „unserem Verständnis, bewusst zu erleben und damit näher an der Natur, den Menschen, den Orten und an sich selbst zu sein“, unterstreicht die Tourismus-Chefin die Bedeutung des nachhaltigen Angebots. Die Anreise ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln möglich. Gleich neun Bahnhöfe liegen entlang bzw. in der Nähe der Strecke. „Das Auto kann man somit getrost zu Hause lassen“, so Egger. Neben dem Gravelbike – einem geländegängigen Rennrad – ist die Route auch für Mountainund E-Mountain-Bikes geeignet.
Zurückzulegen sind über 180 Kilometer und um die 3000 Höhenmeter, wobei steilere Passagen umfahren werden können.
Streckenverlegung R7
In die neue Gravelbike-Strecke eingebunden sind erstmals für den Radverkehr freigegebene Wege sowie Abschnitte des R 15 und R 7. Da letzterer großteils direkt auf der B 146 durch das Gesäuse verläuft, hatte der Radwanderweg in den vergangenen Jahren immer wieder zu heftigen Diskussionen geführt. Mit der Verbreiterung der Straße am Gesäuseeingang konnte nun zwar eine Verbesserung der Verkehrssicherheit erzielt werden, doch stelle man trotzdem Überlegungen an, den R 7 künftig über die Lauferbauerbrücke zum Weidendom und weiter über den Rauchbodenweg nach Gstatterboden verlaufen zu lassen, sagt Nationalpark-Direktor Herbert Wölger. Die Kosten für die Verlegung des Streckenabschnitts würden laut Studie rund 3,5 Millionen Euro umfassen. Obwohl das Land Steiermark zum Ausbau von Radwegen über ein Budget von mehreren Millionen Euro verfüge, gebe es bislang noch keine Zusage von politischer Seite. Der Nationalpark wolle sich jedoch nachdrücklich für eine Umsetzung dieser Streckenverlegung einsetzen, so Wölger.
8 Plätze zum Sternderlschauen
Neben dem Tourismusverband hat auch der Nationalpark sein Angebot erweitert: Heuer wird es während der Sommermonate im Juli und August erstmals ein tägliches Programm für Besuchende geben. Die Palette reicht vom Familienabenteuer in Johnsbach über geführte Wanderungen, Natureinblicke beim Weidendom, Diskussionen am Lagerfeuer bis hin zum Kino unter Sternenhimmel. Zahlreiche Veranstaltungen sind allein der Naturnacht gewidmet, denn vergangenen März wurde die Region Teil des größten Naturnachtschutzgebiets Mitteleuropas, zu dem neben dem Nationalpark Gesäuse auch der Naturpark Steirische Eisenwurzen zählt. Um den Nachthimmel erlebbar zu machen, „starten wir heuer mit acht Sternenbeobachtungsplätzen, die wir bis Herbst ausweisen werden“, sagt Geschäftsführer Oliver Gulas.
Drei weitere wird es vor Kirchen im Seelsorgeraum Eisenwurzen geben. Dafür wird ab 22 Uhr die Beleuchtung reduziert, auf warme Lichtfarben umgestellt und so die Lichtverschmutzung minimiert. Die feierliche Eröffnung findet am 11. September im Rahmen der internationalen Earth Night in Sankt Gallen statt.
Jubiläum Stiftsbibliothek
Das Thema Naturnacht wird auch vom Benediktinerstift Admont aufgegriffen. Mit „Bibliothek bei Nacht“ gibt es an ausgewählten Terminen nächtliche Führungen durch den barocken Prunksaal, der in diesem Jahr sein 250-jähriges Jubiläum feiert. Um die weltweit größte Stiftsbibliothek zu besichtigen, kommen jährlich um die 60.000 Gäste nach Admont. Durch bauliche Maßnahmen wolle man die Infrastruktur des Benediktinerstiftes in den kommenden Jahren noch besucherfreundlicher gestalten, sagt Pater Prior Maximilian Schiefermüller über bevorstehende Projekte.
Wiedereröffnung Schloss Röthelstein
Mit der Wiedereröffnung von Schloss Röthelstein darf sich das Gesäuse über einen weiteren Beherbergungsbetrieb freuen. Nach der Schließung im Herbst 2024 geht das JUFA-Hotel Ende Juni wieder in Betrieb. Man habe an der Positionierung geschärft, um das Schloss noch stärker mit regionalen Besonderheiten in Verbindung zu bringen, so Gerhard Wendl, Gründer und CEO der JUFA-Hotels. Beim Tag der offenen Tür am 3. Juli können sich Gäste persönlich einen Eindruck über den Beherbergungsbetrieb auf Schloss Röthelstein machen.



