Gefördertes Wohnen am See
14.02.2025 RegionalesWohnbaumilliarde sichert weitere Hauptwohnsitze in Aigen. Rottenmanner übernimmt einen Teil von „Wohnen am See“. Abbrucharbeiten haben bereits begonnen.
Stauden und Bäume verdecken den wenig beschaulichen
Plattenbau aus den ...
Wohnbaumilliarde sichert weitere Hauptwohnsitze in Aigen. Rottenmanner übernimmt einen Teil von „Wohnen am See“. Abbrucharbeiten haben bereits begonnen.
Stauden und Bäume verdecken den wenig beschaulichen
Plattenbau aus den Siebziger-Jahren und wahren großteils das Landschaftsbild am Putterer See. Nach jahrelangem Leerstand sind Baumaschinen aufgefahren und Abrissarbeiten bei der ehemaligen Landesberufsschule in Aigen haben begonnen. Nach mehreren Eigentümerwechseln und einer Schleife beim Landesverwaltungsgericht werden dort über 140 Wohnungen entstehen. Die Anzahl der Hauptwohnsitze konnte man nachträglich nach oben drehen.
Kallinger-Ruine wird Berufsschule
Die Ursprünge der Immobilie gehen in die 1970er-Jahre zurück. Der Baumeister Anton Kallinger wollte damals 70 Apartments errichten, was heftigen Widerstand der Anrainer auslöste. Nach jahrelangem Tauziehen durfte Kallinger bauen, konnte das Projekt aufgrund finanzieller Schwierigkeiten allerdings nicht fertigstellen. Das Vorhaben beschäftigte unter dem Titel „Kallinger-Ruine“ auch den steirischen Landtag. Das Land Steiermark fasste den Beschluss den Rohbau zu erwerben, später entstand daraus die Berufsschule. Über 30 Jahre lang wurden dort Gastro-Lehrlinge ausgebildet. Sinkende Schülerzahlen läuteten das Ende der Ära ein und im Jahr 2012 verließen die letzten Schüler die Landesberufsschule Aigen. Seitdem fristet das Areal ein Schattendasein. Von 2016 bis 2018 nutzte man die Räumlichkeiten, um Flüchtlinge unterzubringen, parallel dazu liefen die Verkaufsgespräche. Zuständig für die Veräußerung war die Landesimmobiliengesellschaft Steiermark (LIG).
Projektvorstellung: Wohnen am See
2019 wurde die IMVEA Immobilien GmbH bei der Gemeinde als neue Eigentümerin vorstellig, kurze Zeit später wechselte die Liegenschaft nochmals den Besitzer. Die PA 31 GmbH & Co KG, ein Zusammenschluss von Granit, Wiga und Hilarius, präsentierte im April 2021 das Projekt „Wohnen am See“. Ein Teil des Komplexes sollte generalsaniert und ein Teil abgetragen werden, zusätzlich plante man fünf Neubauten. Von den insgesamt rund 140 Wohneinheiten waren 46 als geförderte Mietwohnungen vorgesehen, der Rest sollte als frei finanzierte Eigentumswohnungen – auch als Zweitwohnsitze nutzbar – vermarktet werden. Die Bauverhandlung fand im Februar 2022 statt. Der Baubescheid wurde von Anrainern beeinsprucht, doch das Landesverwaltungsgericht wies die Beschwerden ab und die Baubewilligung wurde Mitte 2023 rechtskräftig.
Granit und „Rottenmanner“ übernehmen
Mittlerweile hat das Bauunternehmen Granit die Anteile der PA 31 übernommen und ein Teil der Liegenschaft wurde an die Rottenmanner Siedlungsgenossenschaft abgetreten – inklusive der Baugenehmigung für zwei Baukörper. „Wir werden dort gemäß des Einreichplanes 40 geförderte Mietwohnungen bauen“, bestätigt der Vorstand der Siedlungsgenossenschaft Rottenmann, Mario Kleissner, im Gespräch mit dem „Ennstaler“. Baubeginn ist voraussichtlich Mitte des Jahres, bezugsfertig werden die Wohnungen Anfang 2027 sein. Das Besondere sei, dass es Bürgermeister Thomas Klingler gelungen ist, für ein fertig entwickeltes Projekt über die Wohnbaumilliarde Fördermittel zu lukrieren. Das wirkt sich unmittelbar auf die Mietpreise aus.
Mehr Hauptwohnsitze
„Wir hatten stets einen offenen Gesprächskanal zur WiGa. Der Auftrag des Gemeinderates war, die Anzahl der Hauptwohnsitze bei diesem Projekt so hoch wie möglich zu halten. Mit der Wohnbaumilliarde des Bundes hat sich eine Möglichkeit dafür aufgetan“, sagt Bürgermeister Klingler. Dafür seien unzählige Gespräche und Abstimmungen erforderlich gewesen, letztendlich vermittelte man auch an die Siedlungsgenossenschaft. „Insgesamt entstehen auf dem Areal nun 86 geförderte Wohnungen, die gleichzeitig als Hauptwohnsitz genutzt werden müssen“, ergänzt Amtsleiter Gerhard Schönthaler.
Beginn der Abrissarbeiten
Die Preise für die nicht geförderten Eigentumswohnungen liegen bei rund 6000 Euro pro Quadratmeter. Eine 135-Quadratmeter-Wohnung mit zwei Stellplätzen und Terrasse kostet beispielsweise 871.000 Euro.
Die Abbrucharbeiten an der Westseite haben bereits begonnen, im Anschluss folgt der Baubeginn von drei neuen Baukörpern. Sanierung und Umbau des Hauptgebäudes, wo sich derzeit der Haupteingang der ehemaligen Berufsschule befindet, ist mit Mitte des Jahres anberaumt.

