Flugrettung bei Tag und Nacht
23.01.2026 RegionalesRund 1300 Mal hob ein Rettungshubschrauber vergangenes Jahr in Niederöblarn ab. Eine Rettungswinde erlaubt auch Bergungen bei Nacht.
Mit durchschnittlich 59 Alarmierungen pro Tag war die ÖAMTC-Flugrettung auch 2025 stark gefordert. Österreichweit ...
Rund 1300 Mal hob ein Rettungshubschrauber vergangenes Jahr in Niederöblarn ab. Eine Rettungswinde erlaubt auch Bergungen bei Nacht.
Mit durchschnittlich 59 Alarmierungen pro Tag war die ÖAMTC-Flugrettung auch 2025 stark gefordert. Österreichweit rückten die Crews zu insgesamt 21.650 Einsätzen aus – von akutmedizinischen Notfällen über Unfälle aller Art bis hin zu Hilfeleistungen bei Naturereignissen. Eine zentrale Rolle spielte dabei einmal mehr die Steiermark und insbesondere der Flugrettungsstützpunkt Niederöblarn. Die in der Steiermark stationierten Notarzthubschrauber Christophorus 12, 14, 17 und 99 hoben im vergangenen Jahr zu mehr als 3700 Einsätzen ab, im Schnitt rund zehn Mal pro Tag. Der Großteil der Alarmierungen erfolgte innerhalb des Bundeslandes. „Gerade in einem Bundesland mit Bergen und teils langen Distanzen zu spezialisierten Krankenhäusern spielt der Notarzthubschrauber seine Stärken aus“, betont Marco Trefanitz, Geschäftsführer der ÖAMTC-Flugrettung.
1300 Einsätze im Jahr 2025
Der in Niederöblarn stationierte Notarzthubschrauber Christophorus 14 absolvierte im vergangenen Jahr rund 1000 Einsätze. Die häufigsten Einsatzgründe waren internistische und neurologische Notfälle, Sport- und Freizeitunfälle im alpinen Bereich sowie Unfälle in Haushalt, Arbeit und Freizeit. Knapp 200 dieser Einsätze fanden bei Nacht statt. Ergänzt wird der Stützpunkt Niederöblarn zu einsatzstarken Zeiten durch Christophorus 99. Dieser absolvierte 2025 insgesamt 290 Einsätze. Stationiert ist Christophorus 99 nicht durchgehend in Niederöblarn, sondern vor allem zu Spitzenzeiten – etwa im Winter von Ende Dezember bis Ostern sowie im Sommer und an stark frequentierten Wochenenden. „Vor allem Einsätze mit Kindern gehen unter die Haut“, erzählt Gerhard Brunner, Stützpunktleiter und Pilot in Niederöblarn. Erst vor kurzem wurde die Crew zu einem Einsatz mit einem zweijährigen Kind gerufen, das sich schwer am Brustkorb verletzt hatte. „Das bleibt lange im Gedächtnis – umso erleichternder, dass es gut ausgegangen ist“, so Brunner.
Erste Rettungswinde in Niederöblarn
Ein Meilenstein war die Ausrüstung von Christophorus 14 mit einer Rettungswinde – als erstem und bislang einzigem ÖAMTC- Notarzthubschrauber in Österreich. Seit Mitte 2025 läuft der Probebetrieb. Derzeit handelt es sich noch um ein Pilotprojekt, die daraus gewonnenen Erfahrungen fließen in die Evaluierung zukünftiger Einsatzmöglichkeiten ein. Die Zahlen unterstreichen die Bedeutung dieser Neuerung: Über 100 Seil- und Windenbergungen wurden 2025 durchgeführt.
Winde auch bei Nacht
Mit dem Tau kann man nur bei Tageslicht arbeiten, weil der Pilot den Notarzt und Flugretter über einen Spiegel im Blick haben muss. In der Nacht geht das nicht. Die Folge: Zwar konnten Verunglückte oft lokalisiert werden, eine Bergung war jedoch nicht möglich. „Mir selbst ist das am Dachstein zweimal passiert – wir hatten die Person gefunden, konnten sie in der Nacht aber nicht bergen“, sagt Gerhard Brunner. Die neue, elektrisch betriebene Winde verfügt über ein 90 Meter langes Seil und wird vom Flugretter bedient. Für alpine Einsätze ist nun ein vierter, speziell ausgebildeter Bergespezialist an Bord. „Der Hubschrauber ist jetzt voll besetzt. Aber dafür können wir Einsätze oft schneller abwickeln, weil wir keine Zwischenlandung mehr brauchen“, so Brunner. Das Probejahr läuft noch bis Ende Juni 2026, eine Entscheidung über die Fortführung soll im Winter fallen.


