Uns Bauern wurde beim EU-Beitritt versprochen, dass die Mindererlöse durch den Verfall der Preise durch öffentliche Gelder ausgeglichen werden. Leider hat unsere Interessenvertretung nach Abschluss der Verhandlungen zum EU-Beitritt vergessen, dass diese Ausgleichszahlungen ...
Uns Bauern wurde beim EU-Beitritt versprochen, dass die Mindererlöse durch den Verfall der Preise durch öffentliche Gelder ausgeglichen werden. Leider hat unsere Interessenvertretung nach Abschluss der Verhandlungen zum EU-Beitritt vergessen, dass diese Ausgleichszahlungen inflationsangepasst jährlich zu erhöhen sind. Seit dem EU-Beitritt hatten wir eine Teuerung von über 100 Prozent, folglich müssten sich die Ausgleichszahlungen mehr als verdoppelt haben. Ich bitte jetzt alle Bäuerinnen und Bauern selbst nachzurechnen, wie sich die Ausgleichszahlungen auf ihren Betrieben bei gleicher Fläche entwickelt haben. Bei vielen Besuchen mehrerer Landwirtschaftsminister konnten wir diese Lücke klar darlegen, doch die Verluste wurden nie ausgeglichen.
Wachsen oder weichen hieß es für die Bauern. Wer da nicht mitgemacht hat, den gibt es heute nicht mehr. Seit dem EU-Beitritt verschwinden sieben Betriebe täglich, das Wachsen hat ein Ende. Die wenigsten Bergbauern konnten aufgrund der schwierigen Bewirtschaftung der steilen Flächen (viel Handarbeit) diesen Schritt mitgehen. Ich ziehe meinen Hut vor allen Bergbauernfamilien, die sich das angetan haben. Bei den jetzigen Rahmenbedingungen sowie der Entwicklung der Preise für landwirtschaftliche Spezialmaschinen wird es für die Landwirtschaft noch enger.
Die Bauernschaft ist die wichtigste Berufsgruppe auf der ganzen Welt. Durch politischen Willen ist es allerdings gelungen, uns mit öffentlichen Geldern zu steuern und zu einer abhängigen Gruppe zu machen. Die Landwirtschaft soll ab 2028 EU-Gelder in der Höhe von 45 Milliarden Euro als Ausgleichszahlung für Mercosur bekommen. Ich bin schon neugierig wieviel davon bei den Bauern ankommt. So kann es nicht weitergehen, es braucht neue Wege in der Landwirtschaft.
Georg Maier vlg. Amon
Donnersbach