Erstmals nach der Fusion mit Admont präsentierten die drei Vorstände der Raiffeisenbank Region Liezen ein volles Geschäftsjahr bei der Generalversammlung. ORF-Korrespondent Christian Wehrschütz und RBI-Vorstand Hannes Mösenbacher warfen einen Blick in ...
Erstmals nach der Fusion mit Admont präsentierten die drei Vorstände der Raiffeisenbank Region Liezen ein volles Geschäftsjahr bei der Generalversammlung. ORF-Korrespondent Christian Wehrschütz und RBI-Vorstand Hannes Mösenbacher warfen einen Blick in Richtung Ukraine.
In Summe betreuen 64 Mitarbeitende über 22.000 Kunden in der Region Liezen-Gesäuse-Paltental. „Jeder zweite volljährige Einwohner im Gebiet ist Mitglied der Genossenschaft“, analysierte Vorstandsdirektor Manfred Kirchsteiger. Das Gesamtkundengeschäftsvolumen beträgt eine Milliarde Euro. Das Betriebsergebnis in der Höhe von 10,8 Millionen Euro sei sehr zufriedenstellend, sagte Vorstandsdirektor Karl-Hans Mayr. Mit einem Eigenkapital von über 40 Prozent erreiche man einen bundesweiten Spitzenwert. „Dieser komfortable Überhang bringt uns Sicherheit“, so Mayr. Auch Oberrevisor Heribert Stengg hob die Eigenmittelausstattung hervor, die mehr als doppelt so hoch ist wie gesetzlich vorgeschrieben.
Schlüsselrolle der Ukraine
Als Gastreferent ordnete Journalist Christian Wehrschütz geopolitische Vorgänge ein. „Wir haben nicht nur multiple Krisen, sondern auch multiple Heucheleien“, so das harte Urteil des ORF-Korrespondenten. Im Ukraine-Krieg sei man nicht in der Lage, eine einheitliche Position für Frieden zu finden. „Wir finanzieren weiter, finden aber keine Lösung“, so Wehrschütz. Als weitere Schwäche Europas kritisierte er die Sicherheitspolitik, die allein auf den „amerikanischen Schutzschirm“ baue. Eine Schlüsselrolle nehme die Ukraine in der Entwicklung von Drohnen ein. „Dort zählen sie zu den besten der Welt. Von der Idee bis zur Entwicklung vergehen nur zwei Monate“, berichtet Wehrschütz. Einen zweiten wesentlichen Beitrag könne die Ukraine in Zukunft in der Ernährungssicherheit spielen. Der größte Hemmschuh des Landes sei neben der Auswanderungswelle die Korruption.
Erzwungener Fortschritt
In einer abschließenden Podiumsdiskussion sprachen Raiffeisenbank-International-Vorstand
Hannes Mösenbacher, Vorstandsdirektorin der Raiffeisen-Landesbank Ariane Pfleger und der Aufsichtsratsvorsitzende der Raiffeisenbank Region Liezen Franz Pichler über Auswirkungen auf die Region. Mösenbacher berichtete von den Folgen des Krieges auf die ukrainische Bevölkerung und die dort ansässigen Filialen des Konzerns. Innerhalb kürzester Zeit habe man den Betrieb auf Cloud basierte Lösungen umgestellt und sich so gegen russische Cyber-Angriffe abgesichert. „Die Ukraine verkörpert heute ein Bankensystem der Zukunft“, so Mösenbacher. Anstatt neue Finanzierungen zu untersagen, sei man die erste Bank gewesen, die den Agrarsektor mit Geldern versorgt habe. Was das Geschäft in Russland betreffe, sei der Auftrag klar: Keine Ausweisungen von neuen Krediten. Zu Beginn des Krieges hatte man Kredite in der Höhe von 13,7 Milliarden Euro vergeben – heute sind es nur mehr 2,5 Milliarden. Das Fazit der Runde war, dass globale Krisen ein Umdenken und Anpassung auf allen Ebenen erfordern und – bei allem Leid – auch Chancen bergen. Mit den richtigen Impulsen gebe es stabile Zukunftsvisionen.