Österreich hat aufgrund seiner Topologie die idealen Voraussetzungen für erneuerbare Energien. Schon jetzt wird fast neunzig Prozent des Stroms aus erneuerbaren Quellen gewonnen, bilanziell sollen es bis 2030 hundert Prozent sein. Jetzt kommt allerdings eine Schelte von der ...
Österreich hat aufgrund seiner Topologie die idealen Voraussetzungen für erneuerbare Energien. Schon jetzt wird fast neunzig Prozent des Stroms aus erneuerbaren Quellen gewonnen, bilanziell sollen es bis 2030 hundert Prozent sein. Jetzt kommt allerdings eine Schelte von der internationalen Energieagentur, nachdem die Erzeugung 2025 um fast zwanzig Prozent zurückgegangen ist. Zusammenfassend bekrittelt die IEA, dass Österreich viel zu wenig aus seinen guten Voraussetzungen macht.
So dauern die Genehmigungsverfahren zu lange, die Infrastruktur wird nur in Zeitlupe ausgebaut und vor allem beim Ausbau der Windkraft gibt es massive Defizite. Während nämlich die Photovoltaik nach wie vor rasend schnell wächst, ist das beim Netzausbau und bei der Windkraft nicht der Fall. So gibt es immer mehr Zeiten, in denen sogar Donaukraftwerke gedrosselt werden müssen, um die hohen Überschüsse aus der Solarenergie unterzubringen. Und wenn die Sonne untergeht, müssen wir Atom- und Kohlestrom importieren.
Dabei haben wir mit der starken Pumpspeicherausrüstung eigentlich ideale Voraussetzungen, um den Strom wirtschaftlich zu speichern. Nur fehlen die Leitungen, um den überschüssigen Solarstrom auch zu den Pumpspeichern zu bringen. Und Windräder, die eine ideale Ergänzung zu Wasser und Solar sind, fehlen in weiten Teilen Österreichs überhaupt. Mit schnelleren Verfahren und einer Priorisierung des Ausbaus könnte hier ohne einen Euro staatliches Geld Wirtschaftswachstum und Versorgungssicherheit geschaffen werden. Andere Länder beneiden uns um die Möglichkeiten, die wir nicht nutzen.
Franz Wallig