Die Landwirtschaftskammer begleitet bäuerliche Betriebe von der Hofübergabe bis zur Investition.
Interessenvertretung, fachliche Beratung, Förderung und Bildung – diese vier Aufgaben prägen die Arbeit der Landwirtschaftskammer Steiermark. ...
Die Landwirtschaftskammer begleitet bäuerliche Betriebe von der Hofübergabe bis zur Investition.
Interessenvertretung, fachliche Beratung, Förderung und Bildung – diese vier Aufgaben prägen die Arbeit der Landwirtschaftskammer Steiermark. Ergänzt durch Spezialbereiche wie Energieberatung, Direktvermarktung oder „Urlaub am Bauernhof“ verfolgt sie ein klares Ziel: für alle da zu sein, die in der Land- und Forstwirtschaft Verantwortung tragen. „So bunt wie die Landwirtschaft ist, so bunt ist auch unser Haus“, sagt Peter Kettner, Obmann der Landwirtschaftskammer des Bezirkes Liezen. Ein Markenzeichen der Kammer ist ihr flächendeckendes Dienststellennetz. Der enge Austausch zwischen den Bundesländern sorgt dafür, dass fachliche Entwicklungen, rechtliche Neuerungen und dergleichen rasch in die Regionen getragen werden. Im Bezirk Liezen werden jährlich rund 7900 Beratungsstunden mit etwa 4900 Beratungskontakten geleistet – Mehrfachanträge nicht eingerechnet. Rund 15 Prozent dieser Beratungen finden direkt vor Ort auf den Höfen statt, der Großteil im Haus der Kammer. Die Themen reichen von Hofübergaben über Pachtverträge bis hin zu Investitionsentscheidungen.
Kostenlose Rechtsberatung
Ein zentrales Instrument sind die regelmäßigen Sprechtage: Einmal im Monat kommen Experten für Recht, Sozialversicherung oder Steuerfragen in den Bezirk. „Gerade bei komplexen Themen wie Pflegegeldverfahren oder Vertragsfragen rund um Windparks sind unsere Mitglieder froh, kompetente Ansprechpartner zu haben“, erklärt Kammerobmann-Stellvertreter Johannes Zeiler. Die Abteilung Recht zählt zu den meistgenutzten Bereichen der Kammer. Sie begleitet Landwirte in arbeits- und sozialrechtlichen Verfahren, erstellt Gutachten, prüft Verträge und vertritt Mitglieder vor Arbeits- und Sozialgerichten. Von der bäuerlichen Hofübergabe über Bau- und Raumordnungsrecht bis hin zu Umwelt-, Forst- oder Wasserrecht reicht das Spektrum. Hinzu kommt eine besondere Rolle: Die Landwirtschaftskammer ist in bestimmten Bereichen selbst Behörde, etwa nach dem Steiermärkischen Landesweinbaugesetz, und erlässt entsprechende Bescheide.
Förderungen und Digitalisierung
Ein großes Arbeitsfeld ist die Förderabwicklung, im Rahmen von „Invekos“. Zwischen November und Mitte April werden im Bezirk Liezen jährlich rund 1850 Mehrfachanträge bearbeitet. „Jeder Quadratmeter landwirtschaftlicher Fläche ist heute digital erfasst“, erläutert Kammersekretär Herwig Stocker. Satelliten liefern alle drei Tage aktuelle Bilder, Schnittzeitpunkte und Bewirtschaftungsauflagen werden digital überwacht. Vor-Ort-Kontrollen werden dadurch seltener, die Anforderungen an Genauigkeit steigen jedoch. Auch in der Tierhaltung ist die Digitalisierung längst Alltag: Jedes Tier ist mit Ohrmarke registriert, seine gesamte Lebensgeschichte europaweit nachvollziehbar – ein wichtiges Instrument für Tiergesundheit, Seuchenschutz und Transparenz. Ein weiterer Schwerpunkt sind die Arbeitskreise, etwa in der Milch- und Forstwirtschaft – zwei besonders bedeutende Bereiche im Bezirk. Hier treffen sich Betriebe mehrmals im Jahr zum Erfahrungsaustausch, zu Exkursionen und vertiefender Beratung. Wirtschaftliche Auswertungen zeigen zudem, wo Optimierungspotenzial liegt.
Ausbildungen aller Art
Über das Ländliche Fortbildungsinstitut (LFI) bietet die Kammer ein breites Bildungsprogramm: von Milchverarbeitung und Handwerk über Webinare zu Maisbau und Pflanzenschutz bis hin zu Kursen zur Hofladen-Gestaltung, Hofübergabe oder Ausbildung zum Eigenbestandsbesamer. Bildung ist dabei nicht nur Angebot, sondern oft auch Verpflichtung: Wer Förderungen in Anspruch nimmt, muss eine bestimmte Anzahl an Weiterbildungsstunden nachweisen. Die Arbeit zeigt Wirkung: Bei einer Kundenzufriedenheitsbefragung erreichte die Landwirtschaftskammer Liezen 2024 die Note 1,22 – der beste Wert in der Steiermark.