Im Juni ist die Inflation auf 3,3 Prozent gestiegen und markiert damit wieder einen neuen Höchstwert. Und es hat den Anschein, dass uns die hohe Teuerung noch mindestens bis Jahresende erhalten bleibt. Das belastet die Haushalte, höhlt die Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Firmen ...
Im Juni ist die Inflation auf 3,3 Prozent gestiegen und markiert damit wieder einen neuen Höchstwert. Und es hat den Anschein, dass uns die hohe Teuerung noch mindestens bis Jahresende erhalten bleibt. Das belastet die Haushalte, höhlt die Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Firmen aus und sorgt tendenziell für unerwünscht hohe Zinsen. Freilich ist die Teuerung zu einem guten Teil hausgemacht, sollten noch externe Schocks dazukommen, droht die Lage abermals zu entgleiten.
So wurden einige preisdämpfende Regelungen wie die Strompreisbremse oder steuerliche Erleichterungen mit Anfang des Jahres angehoben. Was im Vorjahr die Teuerung etwas gesenkt hat, schlägt logischerweise jetzt voll durch. Zudem sorgen die sehr starken Lohnsteigerungen der letzten Jahre zu einem deutlichen Preisauftrieb bei den Dienstleistungen, vor allem in der personalintensiven Gastronomie und Hotellerie. Gering sind die Preissteigerungen in der Industrie, das aber schlicht darum, weil im internationalen Wettbewerb höhere Preise kaum durchzusetzen sind. Dafür steigt in diesem Bereich die Arbeitslosigkeit besonders stark, da die Aufträge fehlen.
Um all diese Entwicklungen einzufangen, kann man nur hoffen, dass keine externen Schocks wie etwa stark steigende Energiepreise wegen des Irak-Krieges auf uns zukommen. Dann sollte die Teuerung im nächsten Jahr wieder deutlich unter drei Prozent liegen und Wirtschaft wie Verbrauchern eine Atempause ermöglichen. Ein weiteres Mal können wir uns Inflationswerte wie in den vergangenen Jahren jedenfalls nicht leisten, schon jetzt ist unsere Wettbewerbsfähigkeit stark beeinträchtigt.
Franz Wallig