Bauer, Forstarbeiter, Spielmann, Musikant
28.03.2025 VerstorbeneKarl Lengdorfer vlg. Rodler verstarb am 15. März im 78. Lebensjahr. Er wurde in St. Nikolai verabschiedet.
Seine größte Leidenschaft war zweifellos das Musizieren. 53 Jahre ertönte sein starker Basston beim Musikverein St. Nikolai. Aber noch ...
Karl Lengdorfer vlg. Rodler verstarb am 15. März im 78. Lebensjahr. Er wurde in St. Nikolai verabschiedet.
Seine größte Leidenschaft war zweifellos das Musizieren. 53 Jahre ertönte sein starker Basston beim Musikverein St. Nikolai. Aber noch öfter hängte er sich seine Ziehharmonika um und spielte wann immer es gefragt war. Er musizierte beim früheren Tanz- und Spielkreis und für die Schuhplattlergruppe, bei Geburtstagsfeiern, Vereinsausflügen und Anlässen aller Art. Als engagiertes Mitglied über 45 Jahre beim Bauernbund fungierte er 16 Jahre als Ortsgruppenobmann und anschließend übernahm er die Vertretung der Altbauern. Er war Mitbegründer der bäuerlichen Direktvermarktung in Fleiß, bei der Forcierung des Maschinenringes und Heuballenpressens gehörte er zu den Vorreitern. Dem Kameradschaftsbund hielt er 55 Jahre und dem Seniorenbund 27 Jahre die Treue. Karl übernahm als Gemeinderat von 1990 bis 2008 Verantwortung in der ehemaligen Gemeinde St. Nikolai, davon neun Jahre als Vizebürgermeister. Bürgermeister Werner Schwab wertschätzte im Lebensnachruf das öffentliche Engagement, neben Landwirtschaft und Großfamilie. Ein wichtiger ermöglichender Faktor war seine Ehefrau Vroni. Sie lernte Karl 1978 kennen, 1981 wurde geheiratet. Sieben Kinder kamen zur Welt und Vroni brachte als Vielfachmutter und Bäuerin, trotz vermehrter Arbeit, Verständnis für das Engagement ihres Mannes auf. Außerdem führten ihn Holzarbeiten von zu Hause weg bis nach Oberösterreich.
Die große Trauergemeinde zog am Begräbnistag nach der Einsegnung vor dem Kriegerdenkmal in die Pfarrkirche. Die heilige Messe zelebrierte Pfarrer Andreas Lechner und sie wurde von der Chorgemeinschaft St. Nikolai mitgestaltet. Diakon Wolfgang Griesebner hielt anhand von Karls Stammtischsessel beim „Gamsjägerwirt“, der „Harmonie“ und einem Säcklein Walnüssen die Predigt. Der alte verstorbene Freund liebte gesellige Gemeinschaft, hatte auch in der Kirche seinen oft besuchten Stammplatz, war selbst ein Instrument Gottes und hinter seiner „rauen äußerlichen Schale“ steckte ein weicher, einfühlsamer, mitmenschlicher Kern mit gro- ßer Weitsicht. Musikobmann Harald Maier und Kameradschaftsbundobmann Franz Menneweger würdigten ebenfalls ihren Kameraden. Am Grab erklang nach Einsegnung und Ehrenbezeugungen Karls Lieblingsmarsch „Der Doppeladler“ durch seine Musikkapelle.