Kulturaustausch: Die beiden Vereine „Arche am Grundlsee“ und das Europäisches Forum für Heimatkunde setzten ein großes, europäisches Friedenszeichen.
Zwischen Lviv (Lemberg) und Czernowicz streckt sich das Gebiet der ehemaligen ...
Kulturaustausch: Die beiden Vereine „Arche am Grundlsee“ und das Europäisches Forum für Heimatkunde setzten ein großes, europäisches Friedenszeichen.
Zwischen Lviv (Lemberg) und Czernowicz streckt sich das Gebiet der ehemaligen Bukowina. In kleinen Dörfern und Siedlungen rund um den Ort Molodia lebten seit dem 18. Jahrhundert Familien aus dem Salzkammergut. 1940 wurden sie umgesiedelt und mussten 1945 flüchten. Sehr viele von ihnen gelangten zurück ins Salzkammergut, in die Heimat ihrer Vorfahren.
Ende Mai besuchte eine Delegation aus dem Salzkammergut die Region. Der Salzkammergütler Herbert Riess, Sohn von vertriebenen Bukowinadeutschen, fand sein Elternhaus und traf die nunmehrigen Besitzer. Alte Gegenstände, die seinen Vorfahren gehörten, wurden am Dachboden gefunden. Der Bürgermeister von Molodia zeigte großes Interesse an der Geschichte seines Ortes, die ihm noch nie so präsentiert wurde. Eine besondere Spurensuche war ein Literaturabend im ehrwürdigen Paul Celan Centrum im Herzen von Czernowicz. Der ukrainische Übersetzer und Literaturwissenschaftler Petar Rychlo lud die Schauspielerin Adelheid Picha und Johannes Daxner vom Kulturverein „Arche am Grundlsee“ ein. Trotz einer bedrückenden Kriegsstimmung war das Interesse an der Veranstaltung groß. Neben Texten von Brigitte Schwaiger, Paul Celan, Rose Ausländer brachte Johannes Daxner einen Auszug aus dem Roman „In Grodek kam der Abendstern“ von Franz Kain.
Der Veranstaltungsreigen mit dem Schwerpunkt „250 Jahre Bukowina“ wird von 11. bis 13. August in Grundlsee mit „Im Osten geht die Sonne auf“ fortgesetzt. Im September folgt die vielbeachtete Ausstellung in Czernowicz. Das Organisationsteam rund um Herbert Riess, dem Gosauer Ausstellungsgestalter Jörg Hoffmann und dem Ausseer Hans Fuchs setzen diese imposante Veranstaltungsreihe um. Das Motto des Gesamtprojektes: Toleranz, Respekt und Anerkennung. Ein starkes Zeichen für Frieden und ein gutes Europa.