Allein die Ankündigung der Notwendigkeit einer Pensionsreform ist in Vorwahlzeiten das Letzte, was sich die wahlwerbenden Gruppen wünschen. Immerhin stellen die Pensionisten einen der größten Wählerblöcke. Die Vorsitzende der Alterssicherungskommission hat trotzdem ...
Allein die Ankündigung der Notwendigkeit einer Pensionsreform ist in Vorwahlzeiten das Letzte, was sich die wahlwerbenden Gruppen wünschen. Immerhin stellen die Pensionisten einen der größten Wählerblöcke. Die Vorsitzende der Alterssicherungskommission hat trotzdem recht, wenn sie eine Anhebung des Pensionsantrittsalters fordert. Das ist wohl die einzige Möglichkeit, das System einigermaßen finanzierbar zu halten.
Denn zur Erhaltung der Tragfähigkeit gibt es sonst nur noch zwei Hebeln: Entweder eine Senkung der Pensionen, was aber realpolitisch unmöglich scheint. Ganz im Gegenteil werden die Pensionen meist über der Inflationsrate erhöht, vor allem im Bereich der niedrigen Pensionen, die ohnehin nicht ausreichend durch Beiträge gedeckt sind. Und andererseits durch eine Erhöhung der Beiträge, was aber angesichts der jetzt schon enormen Höhe kaum möglich erscheint. Zusätzlich führt die stark wachsende Teilzeitbeschäftigung zu niedrigeren Beitragsleistungen, was das System zusätzlich belastet.
Wenn jetzt schon die Forderung nach einer Erhöhung des Antrittsalters ab 2034 zu wilden Protesten der Politiker führt, kann man eigentlich nur den Kopf schütteln. Ganz offensichtlich ist längeres Arbeiten der einzige Weg, unser System am Laufen zu halten. Und angesichts der ständig steigenden Lebenserwartung ist das auch absolut zumutbar. Es wäre höchst an der Zeit, Arbeit nicht als permanentes Leid darzustellen, sondern als erfüllenden Teil des Lebens, der in Zukunft eben etwas länger dauern wird. Es gibt schlicht keinen anderen Ausweg.
Franz Wallig