Abschied vom Steinerhaus-Wirt
19.06.2026 RegionalesMit Julius Steiner verliert Gröbming ein Gastro-Urgestein. Er prägte den Stoderzinken über viele Jahrzehnte.
Julius Steiner wurde am 7. März 1947 in Gröbming geboren. Als jüngstes von drei Kindern wuchs er gemeinsam mit seinen ...
Mit Julius Steiner verliert Gröbming ein Gastro-Urgestein. Er prägte den Stoderzinken über viele Jahrzehnte.
Julius Steiner wurde am 7. März 1947 in Gröbming geboren. Als jüngstes von drei Kindern wuchs er gemeinsam mit seinen Geschwistern Gerlind und Hartwig auf. Nach der Volks- und Hauptschule absolvierte er seine Kochlehre. Im Sommer am Stoderzinken und im Winter in Kärnten. Schon früh zeigte sich seine Leidenschaft für die Gastronomie. Sein Weg führte ihn an viele Orte. In den Wintermonaten arbeitete er in Paris, London und am Schiff, in den Sommermonaten hingegen ging es immer wieder zurück in die Heimat, um im Steinerhaus anzupacken. 1970 lernte er in der Ramsau seine große Liebe, Burgi, kennen. Im Oktober 1971 wurde bereits geheiratet. Sie übernahmen gemeinsam das Steinerhaus und gründeten eine Familie. Seine Kinder, später auch die Enkelkinder, waren sein ganzer Stolz.
Die Geschäfte am Stoder liefen gut, so entschlossen sich das Ehepaar im Jahr 1979 die Brünnerhütte zu kaufen. Ein Jahr später erwarben sie das Steinkogler-Haus in Gröbming, um einen Wohlfühlort für die Zwischensaisonen zu erschaffen. Auch über das eigene Haus hinaus war der gesamte Stoderzinken sein besonderes Anliegen. Unter anderem war er 30 Jahre lang Obmann der Weggenossenschaft Stoderzinken. Steiner war auch stark in der Lehrlingsausbildung engagiert und hat als Vorsitzender der Prüfungskommission für Kochlehrlinge einige Hundert Lehrlinge durch die Lehrabschlussprüfung begleitet.
Die Ruhe in der Pension war nichts für den umtriebigen Julius Steiner und er erfüllte sich mit der Eröffnung des Restaurants in Gröbming einen langjährigen Traum. 2016 wollten das Ehepaar endgültig in den Ruhestand, doch dann erfuhr die Familie Peugeot von seinen hervorragenden Kochkünsten und engagierte ihn für ihre Aufenthalte in der Sölk. Nicht nur die Arbeit erfüllte Julius Steiner. Gemeinsam mit seiner Burgi unternahm er Städtereisen, entdeckte neue Orte und genoss die gemeinsame Zeit. Besonders liebte er Opernaufführungen und Konzerte – die klassische Musik begleitete ihn durch sein ganzes Leben. Ebenso schätzte er die gute Küche und ließ sich in verschiedenen Gourmetrestaurants immer wieder zu neuen kulinarischen Ideen inspirieren. Eine weitere große Leidenschaft war das Skifahren, das ihn bis zuletzt begeisterte.
Die letzten Jahre seines Lebens waren geprägt von gesundheitlichen Herausforderungen, denen er mit bewundernswerter Stärke, Geduld und Zuversicht entgegnete. Julius Steiner ist am Samstag, dem 13. Juni, im 80. Lebensjahr verstorben.