Als einstiges Zentrum des Bergbaus will Trieben nun neue Wege gehen. Ein in der Steiermark einzigartiges Leuchtturmprojekt soll den touristischen Durchbruch und ebenso den Beitritt zur Erlebnisregion Gesäuse ermöglichen.
Das Areal, auf dem einst der ...
Als einstiges Zentrum des Bergbaus will Trieben nun neue Wege gehen. Ein in der Steiermark einzigartiges Leuchtturmprojekt soll den touristischen Durchbruch und ebenso den Beitritt zur Erlebnisregion Gesäuse ermöglichen.
Das Areal, auf dem einst der Konzern RHI Feuerfestprodukte produzierte, ist verkauft. Schon seit Wochen ist der Abbruch der stillgelegten Fabrikshallen im Gange. Abgerissen werden sollte auch der Lange Ernst, ein 140 Meter hoher Schornstein. In letzter Minute konnte dieser Abbruch jedoch verhindert werden, denn „der Lange Ernst ist mittlerweile zu einem Wahrzeichen unserer Stadt geworden. Das soll er auch in Zukunft sein“, heißt es aus der Gemeindestube von Trieben. Ein Wahrzeichen, das bereits in Kürze einem touristischen Nutzen zugeführt werden soll: „Was für Wien der Donauturm ist, soll für Trieben der Lange Ernst werden“, lautet die heutige Stellungnahme aus Trieben. Was das genau bedeutet? Der „Ennstaler“ hat nachgefragt.
Beitrittsverhandlungen gestartet
Nervenkitzel beim Bungeespringen, Kulinarik in der Skybar und ein umwerfendes Panorama auf einer rund 14 Meter hohen Aussichtsplattform – der Lange Ernst soll Trieben touristischen Aufschwung ermöglichen. Daher befindet sich die Stadt auch in Beitrittsverhandlungen mit dem Tourismusverband Gesäuse. Zur Erinnerung: Seit der Fusion der Tourismusverbände im Jahr 2021 erweitern die Gemeinden Lassing, Gaishorn am See, Liezen und Rottenmann die Großregion Gesäuse. Mit dem Beitritt von Trieben könnte der Tourismusverband schon bald von neun auf zehn Mitgliedsgemeinden anwachsen.
Ohne Schweiß kein Preis
Wie nun bekannt wurde, soll die Aufnahme jedoch an eine bestimmte Bedingung geknüpft sein: Ganz nach dem Gesäuse-Motto „Ohne Gondelbahn und Aufstiegshilfen – ein Gipfelsieg im Gesäuse will verdient sein“ soll auch der künftige Erlebnisturm „Langer Ernst“ ohne Lift auskommen. In Trieben zeigt man sich gesprächsbereit: „Wir haben eines der erfolgreichsten Architekturbüros Österreichs mit der Planung beauftragt, einen alternativen Zugang zur Plattform des Turms zu entwerfen“, heißt es aus dem Rathaus. Nach der Prüfung mehrerer Varianten habe man bereits eine konkrete Wahl getroffen: Touristen sollen über eine Strickleiter auf den Langen Ernst gelangen. „Dies entspricht dem Motto des Gesäuses zu einhundert Prozent, wodurch wir einen absoluten Wiedererkennungswert schaffen können. So wird Trieben ab der ersten Stunde des Beitritts mit dem Gesäuse assoziiert werden können“, ist man sich in Trieben sicher.