IMMER AM BALL mit Werner Rohrer
17.07.2026 SportBei Redaktionsschluss dieser „Ennstaler“-Ausgabe bog die Fußball-Weltmeisterschaft in die Zielgerade ein. Als erste Mannschaft qualifizierte sich am Dienstagabend Spanien mit einem 2:0-Sieg gegen Frankreich für das sonntägige Finale. Das mit großer Spannung ...
Bei Redaktionsschluss dieser „Ennstaler“-Ausgabe bog die Fußball-Weltmeisterschaft in die Zielgerade ein. Als erste Mannschaft qualifizierte sich am Dienstagabend Spanien mit einem 2:0-Sieg gegen Frankreich für das sonntägige Finale. Das mit großer Spannung erwartete brisante Duell hielt leider nicht, was es im Vorfeld versprach. Die Spanier dominierten das Match klar und spielten die zahnlosen Franzosen förmlich an die Wand. Nach den bisherigen Auftritten konnte man fast nicht glauben, dass Frankreich so hilflos agierte. Man muss aber sagen, dass Spanien zurzeit einen begeisternden Fußball spielt, und die Mannschaft ist für mich auch im Endspiel in der Favoritenrolle.
Der zweite Finalist wurde am Mittwochabend im Spiel zwischen England und Argentinien ermittelt. Sollten die Südamerikaner das Match gewonnen haben, hätte Österreich gegen die zwei Finalisten verloren. Unsere Nationalmannschaft spielte eine solide WM, ohne dabei aber zu glänzen. Mit dem Erreichen des Sechzehntelfinales wurde zumindest das Plansoll erreicht. Fakt ist, dass die Elf von Trainer Ralf Rangnick in keinem Spiel an die starken Leistungen bei der EM 2024 anschließen konnte.
Entgegen vieler kritischer Stimmen im Vorfeld war die WM 2026 ein großer Erfolg. Die Stimmung in den Stadien sowie bei den vielen Public Viewings in den Teilnehmerländern war großartig. Unter anderem waren die mit dem Erreichen des Viertelfinales so erfolgreichen Norweger mit ihren Wikingerrudern in aller Munde. Sportlich gesehen zeigten die kleinen Fußballnationen mit herzerfrischendem Fußball, dass sie stark aufgeholt haben – DR Kongo und Kap Verde schafften es bis ins Sechzehntelfinale. Am Ende setzten sich die großen Fußballnationen aber durch. Dabei gab es mit dem Erreichen des Semifinales durch die ersten vier Teams der Weltrangliste eine Premiere bei der bisher größten WM-Endrunde. Von den Topnationen mussten Deutschland und Brasilien vorzeitig die Koffer packen.
Keine gute Figur abseits des grünen Rasens macht FIFA-Präsident Gianni Infantino. Der US-Präsident Donald Trump intervenierte wegen der Ampelkarte für US-Spieler Folarin Balogun. Die Sperre des Stürmers wurde in der Folge aufgehoben und Balogun konnte gegen Belgien spielen. Als der Anruf bekannt wurde, glaubte ich wie viele Fußballfans an einen schlechten Scherz. Es war aber Tatsache und auf alle Fälle ein schwerer politischer Eingriff in den Fußball. Wenn das Schule macht, ist Manipulationen bei Schiedsrichterentscheidungen in Zukunft Tür und Tor geöffnet. Daneben wurde bekannt, dass die persönlichen Daten aller anwesenden Fußball-Fans beim Public Viewing in Washington, D. C., direkt ans Trump-Umfeld weitergeleitet wurden. Gianni Infantino ist mit seinen zig fragwürdigen Entscheidungen und Reformen grundsätzlich zu hinterfragen. Es wird jedenfalls höchste Zeit, dass man dem „Alleinunterhalter“ des Weltfußballs Einhalt gebietet.
