IMMER AM BALL mit Werner Rohrer
23.01.2026 SportZu einem Fußball-Skandal für die Ewigkeit uferte am vergangenen Sonntag das Afrika-Cup-Finale zwischen Marokko und Senegal aus. Das Abtreten von Senegal nach dem gegebenen Elfmeter für Marokko in der Nachspielzeit war unfassbar. Als einziger Senegal-Kicker blieb Sadio Mane am Feld ...
Zu einem Fußball-Skandal für die Ewigkeit uferte am vergangenen Sonntag das Afrika-Cup-Finale zwischen Marokko und Senegal aus. Das Abtreten von Senegal nach dem gegebenen Elfmeter für Marokko in der Nachspielzeit war unfassbar. Als einziger Senegal-Kicker blieb Sadio Mane am Feld und der Ex-Salzburg-Spieler war es auch, der seine Mannschaft nach gut 20 Minuten wieder auf das Feld holte. In weiterer Folge verschoss Diaz Brahim den Elfmeter kläglich und man musste bei der Ausführung fast glauben, dass der Real-Madrid-Spieler den Penalty absichtlich vergab. In der 4. Minute der Verlängerung erzielte Senegal dann den Siegestreffer zum 1:0-Endstand. Warum das Abtreten von Senegal nicht geahndet wurde und augenscheinlich auch keine Folgen hat – zumindest habe ich bislang nichts gehört –, ist schleierhaft. Wenn eine Mannschaft unerlaubt abtritt und in die Kabinen geht, ist das Spiel abzubrechen. Logische Konsequenz ist ein 3:0 für den Gegner. Anscheinend ticken die Uhren in Afrika aber anders. In Europa kann ich mir ein solches Vorgehen jedenfalls nicht vorstellen. Die Partie geht auf alle Fälle als absolutes Negativbeispiel in die Fußball-Geschichtsbücher ein.
Mit zwei Podestplätzen konnte Österreichs alpines Herren-Weltcupteam einigermaßen zufrieden aus Wengen abreisen. Für die Überraschung aus heimischer Sicht sorgte Stefan Babinsky im Super-G. Der 29-jährige Murtaler belegte hinter dem Überraschungssieger Giovanni Franzoni den 2. Platz und durfte damit im 94. Rennen über den ersten Podestplatz in seiner Karriere jubeln. Bei der samstätigen traditionellen Lauberhornabfahrt beendete Vincent Kriechmayr die 700 Tage währende Podest-Durststrecke von Österreichs Abfahrtsherren. Der 34-jährige Oberösterreicher musste sich auf der verkürzten Strecke nur dem überlegenen Sieger Marco Odermatt geschlagen geben. Mit dem 2. Rang von Kriechmayr ging just vor dem Hahnenkamm-Wochenende eine Negativserie von elf Abfahrtsrennen ohne ÖSV-Stockerlplatz zu Ende.
Weiterhin nicht nach Wunsch läuft es für Österreichs Slalomteam. In Wengen belegte Michael Matt als bester ÖSV-Läufer den 7. Platz und damit blieb Österreich auch im fünften Saisonrennen ohne Podestplatz. Hinter den Erwartungen blieben am vergangenen Wochenende die ÖSV-Weltcupdamen in Tarvis. Erfreulich war einzig die starke Leistung von Nina Ortlieb in der Abfahrt.
Nach ihrer langen Verletzungspause fuhr sie auf Platz vier und verfehlte das Podest nur um 16 Hundertstel. Wenn man sich die Leidensgeschichte der 29-jährigen Tirolerin in den letzten Jahren ansieht, ist die Rückkehr in die Weltcupelite wohl mehr als beeindruckend. Die übrigen Läuferinnen zeigten keine Olympiaform und Conny Hütter enttäuschte besonders. Die 33-jährige Steirerin kam in der Abfahrt und im Super-G über die Ränge 18 und 12 nicht hinaus. Nach dem schlechten Abschneiden in Tarvis war der Riesentorlauf-Sieg von Julia Scheib am vergangenen Dienstag am Kronplatz in Südtirol Balsam für die Seele unserer Skidamen. Die 27-jährige Weststeirerin baute mit dem vierten Saisonsieg den Vorsprung im RTL-Weltcup auf 139 Punkte aus und ist in ihrer tollen Form auch für die Olympischen Spiele ein heißer Kandidat auf Gold.