IMMER AM BALL mit Werner Rohrer
06.12.2024 SportAm vergangenen Freitag wurde Wolfgang Bartosch zum neuen Interimspräsidenten des Österreichischen Fußballbundes gewählt. Der 66-jährige Präsident des steirischen Landesverbandes tritt damit die Nachfolge von Klaus Mitterdorfer an, der am 21. November seinen Hut ...
Am vergangenen Freitag wurde Wolfgang Bartosch zum neuen Interimspräsidenten des Österreichischen Fußballbundes gewählt. Der 66-jährige Präsident des steirischen Landesverbandes tritt damit die Nachfolge von Klaus Mitterdorfer an, der am 21. November seinen Hut genommen hat. Ursprünglich wäre es laut Statuten einem aus dem Kreis der vier derzeitigen Vizepräsidenten vorbehalten gewesen, auf den Chefsessel vorzurücken. Allerdings stellte sich aus diesem Quartett lediglich der aus Australien zugeschaltete Gerhard Götschhofer der Wahl und erhielt dabei nur drei von zwölf Stimmen. Vor diesem Hintergrund berief sich ÖFB-Generalsekretär Thomas Hollerer auf einen Paragraphen, der aussagt, wenn „Gefahr in Verzug“ ist, dass auch ein normales Präsidiumsmitglied zum Verbandsboss aufsteigen darf. Damit war der Weg für Wolfgang Bartosch frei und der ehemalige Präsident der steirischen Arbeiterkammer wird bis zum 18. Mai die Geschicke des ÖFB führen. Eine längere Amtszeit schloss Bartosch aus und erklärte im Scherz schon vorsorglich seinen Rücktritt für die Zeit nach der Hauptversammlung. „Dazu braucht mich keiner aufzufordern. Ich habe eine andere Lebensplanung und in dieser Sache keine Eigeninteressen. Ich habe das Gefühl, dass ich in der derzeitigen Situation einer bin, der für den ÖFB etwas Positives beitragen kann“, so der ÖFB-Funktionär. Ich traue es Wolfgang Bartosch nicht zuletzt wegen seiner Erfahrung und umgänglichen Art durchaus zu, wieder etwas Licht in das Chaos des österreichischen Fußballbundes zu bringen.
Die erste Bundesliga spielt in dieser Saison verrückt und das ist gut so, denn es bringt Spannung pur. Dass Sturm Graz an der Tabellenspitze liegt, war zu erwarten. Die Schwarz-Weißen befinden sich neben den sportlichen Erfolgen – gegen Girona fuhren die Grazer den ersten Sieg in der Champions League ein – auch wirtschaftlich stark im Aufwind. Mit einem Umsatzrekord von 51,4 Millionen ist Sturm zwischenzeitlich vom Klein- zum Mittelbetrieb aufgestiegen. Wohl kein Fußballfan hätte es aber Austria Wien zugetraut, dass sie nach 15 Runden auf dem 2. Tabellenplatz liegen. Mit sieben Siegen in Serie sind die Violetten zweifelsohne das Team der Stunde. Jetzt heißt es am Boden bleiben und nicht den Titel fordern, denn es könnte in Favoriten auch schnell wieder ins andere Extrem kippen. Mehr als überraschend ist auch, dass Wolfsberg derzeit die vierte Kraft in der ersten Liga ist und auch im Cup auf Kurs Halbfinale ist. Die negative Überraschung in der bisherigen Saison ist Serienmeister Salzburg. Die stark verjüngt in die Meisterschaft gegangenen Bullen haben zwischenzeitlich auch den Nimbus der Unbesiegbarkeit verloren. Ende der vergangenen Woche haben die Salzburger auf die Misere reagiert und mit Rouven Schröder einen neuen Sportdirektor präsentiert. Meiner Meinung nach wäre es wichtiger am Trainersektor zu handeln. Ich denke, dass die Mannschaft nicht mehr geschlossen hinter Coach Pep Lijnders steht.
Die Comebacksaison für Marcel Hirscher ist nach einem beim Training auf der Reiteralm zugezogenen Kreuzbandriss bereits wieder vorbei. Ob der achtfache Gesamt-Weltcupsieger noch einmal in den Skizirkus zurückkehrt, lässt er offen. Hirschers Äußerungen klingen aber eher nach Abschied. Seine Rückkehr in den Weltcup als Flop zu bezeichnen, wäre etwas hart. Fakt ist aber, dass sich Hirscher sein Comeback sicherlich leichter vorgestellt hat.