Steiermark-Schau – Die Ausstellung des Landes zu Gast in Schladming

Neben der außergewöhnlichen Architektur der 800 Quadratmeter großen beweglichen Kunsthalle ist die 50 Meter lange Panorama-Leinwand im Inneren das Highlight. Foto: UMJ/Kucek

Mit dem mobilen Pavillon der Steiermark-Schau kommt die Ausstellung des Landes nach Schladming. Im Inneren der nomadischen Kunsthalle zeigt die Schau „wer wir sind“ eine spannende Auswahl filmischer Kunstbeiträge und künstlerischer Forschungsresultate.

Die erste Ausgabe der Steiermark-Schau, die fortan in einem biennalen Rhythmus mit wechselnden Themenschwerpunkten präsentiert werden soll, umfasst vier Ausstellungen. Drei davon sind in Graz zu sehen, der vierte Schauplatz ‒ ein mobiler Pavillon ‒ wandert quer durch das Land und macht nach Wien, Hartberg und Spielberg noch bis 5. September am Wetzlarer Platz in Schladming Station.

Was prägt uns?

Die von Alexander Kada entworfene, 800 Quadratmeter große Architektur ist an sich bereits eine raffinierte Lichtinstallation. Im Inneren der Halle ist eine Ausstellung aus projizierten großformatigen Bildern der Steiermark zu sehen, die darüber nachdenken lassen, wer wir sind, was unser Land auszeichnet. Oft wird gesagt, dass die Vielfalt der steirischen Kulturlandschaften die Identität der hier lebenden Menschen prägen. Daher konzentriert sich die von Astrid Kury unter Mitwirkung von 78 Künstlern mit Steiermark-Bezug kuratierte Schau auf die Themen Kunst, Vielfalt und Landschaft.

Junge, zeitgenössische Kunst

Ein besonderes Highlight des mobilen Pavillons ist die 50 Meter lange Panorama-Leinwand, auf der 24 filmische Kunstbeiträge das „Steiermark-Panorama“ bilden. Sie entstanden als Auftragsarbeiten für die Steiermark-Schau und geben Einblicke in die reichhaltige Kunstszene des Landes, die vor allem von den jüngeren Generationen getragen wird. Mit Fokus auf Fotografie, Kunstvideo und experimentellen Film lädt das „Steiermark-Panorama“ dazu ein, einen ungewöhnlichen Blick auf die steirischen Landschaften zu werfen. Auch die beiden in Schladming geborenen Medien- und Filmkunstschaffenden Stefanie Weberhofer und Lukas Marxt sind mit je einer Arbeit im Pavillon vertreten.

Ergänzend zum Panorama gibt es sechs filmische Ausstellungsbeiträge, die das Verständnis von Landschaft vertiefen. Es werden ebenso Persönlichkeiten des Kulturlandes Steiermark über ihre Beziehung zu diesem Land und seinen Landschaften befragt. Ein weiterer Filmbeitrag widmet sich den 15 steirischen Leader-Regionen, die Zukunftsräume im großen europäischen Kontext gestalten. Noch mehr Gelegenheit, der Geschichte, Gegenwart und Zukunft des Landes auf den Grund zu gehen, gibt es in den drei Schauplätzen der Steiermark-Schau in Graz ‒ dem Museum für Geschichte („was war“), dem Volkskundemuseum („wie es ist“) und dem Kunsthaus Graz („was sein wird“).

Feierliche Eröffnung

Kulturlandesrat Christopher Drexler und Hausherr Bgm. Hermann Trinker konnten zur Ausstellungeröffnung nicht nur den Gestalter des Pavillons, Alexander Kada, und Kuratorin Astrid Kury, sondern auch zahlreiche Bürgermeister des Bezirkes sowie die Landtagsabgeordneten Wolfgang Moitzi und Armin Forstner, Nationalratsabgeordnete Corinna Scharzenberger und Bezirkshauptmann Christian Sulzbacher am Wetzlarer Platz begrüßen. Umrahmt wurde die Veranstaltung durch musikalische Darbietungen der Teilnehmer des heurigen Camp Styria, die Moderation übernahm Schauspielerin Ag­laia Szyszkowitz. Die Steiermark-Schau, so Drexler, ist der Versuch eines zeitgemäßen Ausstellungsformates und eine Liebeserklärung an die Steiermark.

Veranstaltungen rund um die Steiermark-Schau

Außerhalb der Ausstellungszeiten konnte in Schladming ein umfassendes Programm entwickelt werden, so Bgm. Hermann Trinker, das sich mit Tradition und Moderne auseinandersetzt. Das „G‘misch“, eine Projektgruppe des Klang-Film-Theaters, lädt am 21., 26. und 28. August sowie am 2. und 4. September zu diversen Veranstaltungen: Freitag, der 21. August, steht unter dem Titel „Sagenhaft“. Heimische Geschichtenerzähler bringen ab 20 Uhr Sagen rund um den Bergbau. „Inspiriert“ heißt es am Donnerstag, dem 26. August, um 19 Uhr. Zusammen mit Künstlern aus der Region wird versucht, diverse Perspektiven auf die Gegenwart zu gewinnen. Am Freitag, dem 28. August um 20 Uhr bringt die Band „Amanda“ Dialekt und Psychedelic Rock nach Schladming. Eine Gegenüberstellung von alten und neuen Gegenstücken  wird es am Donnerstag, dem 2. September um 19 Uhr geben. Mithilfe von Schülern des Sommercamps 2021 werden der Kreativität keine Grenzen gesetzt und so soll herausgefunden werden, was zukünftig möglich ist. Am Freitag, dem 4. September ab 19 Uhr wird es laut: Gemeinsam mit dem DJ-Kollektiv „Berggeflüster“ schafft man zum Abschluss einen Spagat zwischen Ursprung und Moderne. Elektronische DJ-Sets untermalen dabei eine Aneinanderreihung von alten Fotos und Videos der Region.

An den beiden Mittwochen, 25. August und 1. September, werden zwei Rundfahrten organisiert: Die erste widmet sich der öffentlichen Kunst in Schladming, die zweite der Biodiversität. Treffpunkt ist jeweils um 11 Uhr beim Pavillon. Am Dienstag, dem 31. August, präsentiert die 23-jährige Schladminger Künstlerin Alice im Zuge von „Signal“ am Dachstein um 20 Uhr im Pavillon ihre Songs. Alle Veranstaltungen sind kostenlos. Der mobile Pavillon gastiert bis 5. September in Schladming und ist täglich von 10 bis 20 Uhr geöffnet.

Homepage: steiermarkschau.at