Skigebiete: „Kein Jubel, aber zufrieden“

Der Loser kann mehr Gäste als vor Corona verzeichnen. Das Stammpublikum kommt auch zu 70 Prozent aus Österreich. Foto: Tom Lamm

Zahlreiche Wintersportbegeisterte nutzen die heimischen Skigebiete und frönen dem Wintersport. Die Masse fehlt zwar, dennoch gibt es eine solide Grundauslastung.

Wichtig für die Seilbahnbetreiber war vor allem, dass die Kapazitätsbeschränkungen in Gondeln und Sesselbahnen gefallen sind. Seit dem Christtag steht Österreich außerdem bei den deutschen Nachbarn nicht mehr auf der Liste der Corona-Hochrisikogebiete. Die Reiteralm konnte über Weihnachten einen regen Zustrom von Tagesgästen, vor allem aus der Steiermark, Salzburg und Oberösterreich, verzeichnen. „Wir sind mit dem Verlauf pandemieentsprechend zufrieden“, so Geschäftsführer Daniel Berchthaller. Zwar liege man deutlich hinter den Zahlen vor Corona, aber damit wurde gerechnet. Die Einbußen betragen rund ein Drittel. Ins selbe Horn stoßen auch Hauser Kaibling, Planai und Tauplitz. Die Kernmärkte – Österreich, Deutschland, Tschechien und Slowakei – wirken auf der Reiteralm sehr stabil. Durchaus auch viele Gäste aus den Niederlanden können im Skigebiet begrüßt werden. Was den Saisonkartenvorverkauf betrifft, liege man glücklicherweise deutlich über dem Vorjahr.

Weniger Gäste aus Skandinavien und Holland

Den Umständen entsprechend zufriedenstellend ist auch die Auslastung am Hauser Kaibling, so Geschäftsführer Klaus Hofstätter. Einbußen gibt es vor allem bei Gästen aus dem skandinavischen Raum und den Niederlanden. Die Masse an Wintersportlern fehlt zwar, aber zu bemerken ist, dass viele Einheimische und vor allem Oberösterreicher den Hauser Kaibling besuchen. „Erfreulich ist auch die hohe Anzahl an Ungarn und Tschechen in unserem Skigebiet“, sagt Hofstätter.
Auf der Planai und Hochwurzen konnten pro Tag zwischen 10.000 und 12.000 Skigäste begrüßt werden. Eine ähnliche Entwicklung gibt es auf der Galsterbergalm. An den schönen Tagen erreichte der Seilbahnbetrieb rund 70 bis 75 Prozent an Besucherzahlen im Vergleich zur Weihnachtszeit in den Jahren 2018 und 2019. „Trotz Stornierungen haben wir eine solide Grundauslastung, sei es bei den Hotels oder bei Kurzreise- und Tagesgästen“, ist Planai-Geschäftsführer Georg Bliem positiv gestimmt. Den Ausfall skandinavischer und holländischer Gäste spürt das Skigebiet dennoch. Erfreulich sei jedoch der hohe Anteil an Österreichern und Deutschen. Am Dachstein blieben die Lifte über Weihnachten geschlossen. Man konzentrierte sich vorrangig auf Ausflügler und Naturgenießer.

Guter Gästemix auf der Tauplitz

„Nach dem letztjährigen Katastrophenwinter merkt man, dass heuer das Gesamtangebot mit geöffneter Gastronomie und Beherbergung, Skischulen und Geschäften einfach wieder stimmt und die Gäste sehr begeistert von den Pistenverhältnissen sind“, sagt Bernhard Michelitsch von den Tauplitz-Bergbahnen. Im Vergleich zu einem „normalen“ Winter sind auf der Tauplitz im Moment rund ein Drittel bis ein Viertel weniger Gäste unterwegs. Schwächer als in den vergangenen Jahren sind die Besucher aus den Niederlanden vertreten, ansonsten freut man sich über einen guten Gästemix aus den Hauptherkunftsmärkten Österreich, Deutschland, Tschechien und Ungarn. „Alles in allem gibt es natürlich auch dieses Jahr bedeutende Einbußen, die sich aber im Vergleich zur Vorsaison doch noch immer in Grenzen halten“, erzählt Michelitsch.

Steigerung am Loser

Gut angelaufen ist die Wintersaison am Loser. Die Saisonkartenverkäufe liegen in etwa wie im Jahr 2019, freut sich Geschäftsführer Rudolf Huber. Die Saison mit den Aufenthaltsgästen hat zwar später, erst mit Stefanitag begonnen, trotzdem ist sie bisher sehr zufriedenstellend und das Interesse am Wintersport groß. Insgesamt gibt es am Loser eine leichte Steigerung der Gästeanzahl im Vergleich zu Vor-Corona-Zeiten. „Das Publikum ist bunt gemischt. Wir haben Gott sei Dank einen sehr hohen Österreicher-Anteil mit ca. 70 Prozent“, so Huber. Bei den Aufenthaltsgästen fehlen vor allem Holländer und Ungarn.

Unterer Durchschnitt auf der Kaiserau

Schleppend angelaufen ist die Saison auf der Kaiserau. Auch der Saisonkartenvorverkauf war durch die hohe Unsicherheit der Gäste im unteren Durchschnitt, wie Mario Brandmüller, Geschäftsführer der Kaiserau Tourismus GmbH, berichtet. Trotz eines – im Vergleich zu den letzten Saisonen – frühen Saisonstarts liegt man auch, was die Gäste betrifft, eher im unteren Durchschnitt.

Maßnahmen sind kein Thema

In allen geschlossenen Räumlichkeiten, wie Gondeln oder Sesselbahnen, gilt die FFP2-Maskenpflicht. Wintersportler müssen außerdem einen 2G-Nachweis (geimpft oder genesen) beim Kauf eines Tickets vorweisen. Nur selten bedürfe es eines „zarten Hinweises“ bezüglich Aufsetzen der Maske, die Gäste haben sich mit den gültigen Vorschriften arrangiert, sagen die Liftbetreiber. Das Feedback der Skifahrer und Snowboarder ist großteils positiv. So werden in Spitzenzeiten beispielsweise am Hauser Kaibling oder auf der Kaiserau zusätzlich Securities engagiert. Mit den Sicherheits- und Hygienemaßnahmen des Vorjahres konnten auf der Planai wichtige Erfahrungen gesammelt und für diesen Winter mitgenommen werden. Das Präventionskonzept umfasst dort neben den gesetzlichen Regelungen auch weitere Maßnahmen wie Abstandsmarkierungen, Besucherlenkung – so wurde an mehreren Tagen vor der Planai die Straße gesperrt, um einen geregelten Zugang zu Kassen und Automaten zu gewährleisten – und den Einsatz von zusätzlichen Mitarbeitern. Die 2G-Kontrollen an den Kassen sind natürlich etwas zeitaufwändiger, erzählen die Seilbahnbetreiber unisono. Auf der Kaiserau werden die gesamten Pisten mit einem Netz abgesperrt, sodass nur über zwei Haupteingängen ein Zutritt möglich ist.

Sorge bereitet den Skigebieten die aufkommende Omikron-Mutation und damit verbunden das Buchungsverhalten der Gäste. Diesbezüglich wird am Hauser Kaibling bereits intern und extern nachgeschärft. Zwar habe der Seilbahnbetrieb genug Mitarbeiter, jedoch große coronabedingte Ausfälle dürfe es nicht geben. Ein intern eigenes Testprogramm führt der Loser durch. Das Konzept am Loser sieht unter anderem auch vor, dass Mitarbeiter in Gruppen geteilt sind, um Cluster und größere Ausfälle zu vermeiden.