Grüne fordern Schutz des heimischen Urwalds

Lassingbachtal: Einer der letzten unberührten Buchenwälder Mitteleuropas liegt im Gemeindegebiet von Wildalpen.

Einer der letzten Urwälder Mitteleuropas liegt im Lassingbachtal auf dem Gemeindegebiet von Wildalpen. Ein Naturjuwel,
das rasch unter erhöhten Schutz gestellt werden soll, fordern die Grünen.

Auf einer Fläche von rund 6.500 Hektar erstreckt sich einer der letzten weitgehend unberührten Buchenwälder Mitteleuropas. An der Grenze zum Wildnisgebiet Dürrenstein gelegen, wurde aufgrund der Abgeschiedenheit Jahrhunderte lang keine Forstwirtschaft betrieben. Um die Ursprünglichkeit des Waldkomplexes zu erhalten, soll das Lassingbachtal in Wildalpen unter erhöhtem Schutz gestellt werden. Ein Vorhaben, das sich bislang nicht umsetzen ließ.

Keine Einigung bei ­Entschädigungszahlen

Rückblick: Im Jahr 2015 wurde das Land Steiermark aktiv und leitete dementsprechende Vorbereitungen ein, um das Lassingbachtal zum „Wildnisgebiet“ ernennen zu können. Doch auch nach zweijährigen Verhandlungen mit den Grundeigentümern, den Bundesforsten, kam es zu keiner finanziellen Einigung über die Höhe der Entschädigungszahlungen. Ein gleich zweifach bitterer Ausgang, denn zum einen konnte somit kein strengerer Schutz des Naturjuwels gewährleistet, noch die Chance ergriffen werden, das erste UNESCO-Weltnaturerbe Österreichs in die Steiermark zu holen.

Grüne fordern
erfolgreichen Abschluss

In einer Presseaussendung griff Grünen-Landetagsabgeordneter Lambert Schönleitner das Thema am vergangenen Dienstag erneut auf und forderte von der zuständigen Landesrätin Ursula Lackner ein rasches Vorantreiben der Gespräche. „Es geht darum, diese Verhandlungen endlich zu einem erfolgreichen Abschluss zu bringen. Immer wieder hört man, dass die Verhandlungen kurz vor dem Abschluss stehen. Es braucht endlich eine Konkretisierung“, so Schönleitner.

„Sind auf einem guten Weg“

Dazu heißt es aus dem Büro von Landesrätin Ursula Lackner: „Wir sind Mitten in den Verhandlungen und zuversichtlich, auf einem guten Weg zu sein“, so ein Pressesprecher, der betont, dass hierbei Druck kein geeignetes Mittel sei, das zum Ziel führe. Vielmehr wolle man ausführlich mit allen Betroffenen sprechen, damit das Projekt eine breite Zustimmung finde.

52 Schutzgebiete
steiermarkweit

Im Vorjahr wurden auf Antrag von Ursula Lackner acht neue Europaschutzgebiete ausgewiesen. Damit wuchs die Anzahl der geschützten Gebiete in der Steiermark auf 52. Unter den Neuzugängen befanden sich auch der Mitterndorfer Biotopverbund sowie die Hochlagen des westlichen Ausseerlandes mit dem Dachsteinplateau, die als neue Natura 2000-Gebiete ausgewiesen wurden.