Zukunft der Pflege

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Aktuell werden pro Jahr etwa 2,6 Milliarden an Pflegegeld ausbezahlt und wenn man den jüngsten Prognosen glauben darf, werden sich die Kosten der Pflege bis 2050 vervierfachen. Daher überrascht es nicht, dass die Debatte über die Finanzierung der Pflege eines der brennendsten Themen der Gegenwart ist. Es wird viel über Pflichtversicherung, Versicherungspflicht oder Steuerfinanzierung gesprochen, wobei nur die stark steigenden Kosten gewiss sind.
Die Versicherungsvariante hat in Österreich zwar traditionell viele Anhänger, ist allerdings angesichts der schon jetzt horrenden Lohnnebenkosten wohl die schlechteste Lösung. Ein weiterer Anstieg der Arbeitskosten hätte fatale Folgen für Wirtschaft und Arbeitsmarkt. Auch die Versicherungspflicht ist für Österreich eine schwierige Sache, zumal hier durch ein ähnliches Risiko der verschiedenen Einkommensgruppen eine soziale Schieflage entstehen würde.
Somit bleibt realistischer weise wohl nur die Steuerfinanzierung über, die dann auch zu einer ausbalancierten Belastung aller Einkommensschichten beitragen würde. In diesem Zusammenhang wäre es aber wichtig, auch eine lineare Unterstützung der verschiedenen Arten der Pflege zu gewährleisten. Denn aktuell wird durch die Abschaffung des Pflegeregresses die Pflege im Heim deutlich gefördert, während die Pflege zu Hause der Verlierer ist. Die teuerste Art der Pflege wird also gefördert, während pflegende Angehörige in der gewohnten häuslichen Umgebung auch noch finanzielle Zusatzbelastungen ertragen müssen. Also ein System, das unmenschlich und unwirtschaftlich ist.