Wirtschaft in der Schule

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In einer Umfrage geben sechs von zehn Eltern an, dass ihre Kinder nicht vernünftig mit Geld umgehen können. Das ist zwar nicht neu, wirft aber einmal mehr ein schlechtes Licht auf unser Bildungssystem. Offenbar wird Wirtschaft nach wie vor stiefmütterlich behandelt. Während in allen möglichen Bereichen sehr tiefgreifendes Allgemeinwissen vermittelt wird, fehlen die Grundlagen zu Geld, Währungen, Aktien, Steuern und Ähnlichem fast zur Gänze. Das wird entweder privat nachgeholt oder eben gar nicht gelernt.

Die Folgen dieses Mankos sind mannigfaltig. Immer mehr junge Menschen geraten in finanzielle Schieflage, sei es durch Handyverträge, Konsumkredite oder einfach den fehlenden Überblick über die eigenen Ausgaben. Zudem schaffen es fast jedes Jahr Banken oder Finanzberater mit abenteuerlichen Angeboten einen riesigen Schaden anzurichten, weil blauäugige Konsumenten Zinsversprechen nicht einordnen können. Wer nicht Bescheid weiß, glaubt eben gerne unseriösen Versprechen.

Um dieses Dilemma von Grund auf zu lösen, wäre es erforderlich einen eigenen Unterrichtsgegenstand zu schaffen, der sich umfassend mit dem Bereich Wirtschaft befasst. Immerhin ist fast jeder Österreicher Sparer, Kreditnehmer, Steuer- und Abgabenzahler und Konsument. In einem für das Leben jedes Einzelnen so wichtigen Bereich muss den Jugendlichen auch ein entsprechendes Rüstzeug mitgegeben werden, damit sie kritische und gefestigte Bürger und Konsumenten werden können.