Wie viel Schwerverkehr verträgt der Ort?

Die Straßeninfrastruktur Öblarns sei nicht für den Schwerverkehr ausgerichtet. Schon jetzt leide der Ort unter unter einer hohen Belastung. Ein zusätzlicher Bergbau würde die Lage noch weiter verschlimmern.

In der Öblarner Walchen hat ein weiteres Unternehmen um einen gewinnbringenden Marmorabbau angesucht. Die Sorge über den zusätzlichen Schwerverkehr durch das Ortsgebiet ist groß.

Die Öblarner sind nervös. Kommenden Dienstag ist die Verhandlung für einen Kalkmarmor-Abbau anberaumt. Bereits vor vier Jahren formierte sich eine Bürgerinitiative und sammelte Unterschriften gegen den mit dem Bergbau zunehmenden Schwerverkehr durch das Ortsgebiet. Nun sucht ein weiteres Unternehmen, die Aldrian Transport- und Schotter GmbH, für einen Gewinnungsbetrieb an.

Jährlich sollen 50.000 Tonnen durch das Ortsgebiet rollen, das wären alle zehn Minuten ein LKW „und das allein von der Firma Aldrian“, sagt Gemeindekassier Roland Nerwein. Die Hauptproblematik ergebe sich durch den Abtransport durch den dicht bebauten Ortskern. Neben der Staub- und Lärmbelästigung würde der überbordende Schwerverkehr das Sicherheitsrisiko für Fußgänger und vor allem Schulkinder vervielfachen. In einem offenen Brief appelliert die Bürgerinitiative an den Bürgermeister bei der Verhandlung nicht auf die Erhebung von Einwände zu verzichten.

Nachdem ein geplanter Steinbruch in Untergrimming für Aufregung sorgte, wird man auch in Öblarn nervös. Ein vor zwei Jahren zurückgezogenes Abbau-Ansuchen wird wieder reaktiviert und kommenden Dienstag verhandelt.

Letzten Mittwoch luden die SPÖ Öblarn und die Bürgerinitiative „Lebenswertes Öblarn“ zu einer Pressekonferenz. Durch einen weiteren Bergbaubetrieb im Walchental droht eine massive Zunahme des Schwerverkehrs durch das Ortsgebiet.

Die Aldrian Transport- und Schotter GmbH hat um einen Abbau von Kalkmarmor angesucht, die Verhandlung findet am kommenden Dienstag statt. Jährlich sollen 50.000 Tonnen durch das Ortsgebiet rollen, das wären alle zehn Minuten ein LKW „und das allein von der Firma Aldrian“, sagt Gemeindekassier Roland Nerwein. Die Hauptproblematik ergebe sich durch den Abtransport durch den dicht bebauten Ortskern. Neben der Staub- und Lärmbelästigung würde der überbordende Schwerverkehr das Sicherheitsrisiko für Fußgänger und vor allem Schulkinder vervielfachen. Die Route führt direkt am öffentlichen Schwimmbad, dem betreuten Wohnen, am Pflegeheim und an Gastgärten vorbei. „Alle Öblarnerinnen und Öblarner sind davon betroffen, nicht nur die Anrainer“, so Nerwein. Deswegen hoffe er auf rege Teilnahme bei der Verhandlung.

Appell an den Bürgermeister

Angesucht wurde um fünf Jahre, wobei auf bis zu 35 Jahre verlängert werden kann. „Der Marmorkalkstein ist nach fünf Jahren nicht erschöpft. Ein Nachfolgebetrieb ist sehr wahrscheinlich. Wenn wir den einmal haben wird es auf lange Zeit sein“, sagt Michael Trinker, Sprecher der Bürgerinitiative. In einem offenen Brief appelliert die Bürgerinitiative an den Bürgermeister bei der kommenden Verhandlung nicht auf die Erhebung von Einwänden zu verzichten wie es 2016 passierte. Außerdem startete die Bürgerinitiative eine Online-Petition gegen den zusätzlichen Schwerverkehr.

Laut Anrainerin Irene Klingelhuber sei bereits jetzt ein gesundheitsbeeinträchtigendes Level erreicht „und da soll jetzt noch mehr dazukommen“. Wolfgang Zettler ist ebenfalls direkt Betroffener und klagt über massive Verkehrsbelastungen: „Weitere Genehmigungen für Bergbautätigkeiten in der Walchen sind für uns alle und das Ortsgebiet Öblarn nicht mehr tragbar.“ Man müsse Öblarn vor einem weiteren „LKW-Tsunami“ bewahren.

Positionierung der Gemeinde

Unterstützung kommt auch von grüner Seite: „Wir werden uns das genau ansehen. Wichtig ist, dass sich die Gemeinde klar positioniert. Und zwar so, damit der Schwerverkehr die Bevölkerung nicht komplett überrollt. Die Gemeinde hat die Möglichkeit mit Tonnagenbeschränkungen solchen Projekten von vornherein eine Absage zu erteilen“, sagt LAbg. der Grünen Lambert Schönleitner, „Die Rohstoffgewinnung am Abbauort bringt in der Regel kaum Arbeitsplätze, sie wird aber für die Tourismuswirtschaft und die Wohnbevölkerung zu einer massiven Belastung.“

Erster Widerstand

In Folge eines Felssturzes, welcher sich im Herbst 2015 ereignete, ordnete die Montanbehörde dem dortigen Grundeigentümer Paul-Josef Colloredo-Mannsfeld eine Lösung für ein gefahrloses Befahren des Areals an.

Als bekannt wurde, dass zigtausend Tonnen Gesteinsmaterial pro Jahr durch das Ortsgebiet rollen sollen war das Entsetzen in der Bevölkerung groß. Zusätzlich gab die Aldrian Transport- und Schotter GmbH, am Nachbargrundstück von Colloredo-Mannsfeld, schon damals bekannt, ebenfalls Interesse an einem Abbau zu haben. Viele Einwohner Öblarns befürchteten in überbordendem Schwerverkehr zu ersticken, zumal es keine alternative Abtransportmöglichkeit als durch das Ortsgebiet gab. Die Bürgerinitiative „Weiße Wand“ startete eine Unterschriftenliste und sammelte fast 400 Unterschriften gegen den mit dem Abbau einhergehenden Schwerverkehr.

Verhandlung und Rückzug

Bereits vor zwei Jahren stellte die Aldrian Transport- und Schotter GmbH ein Ansuchen für den Gewinnbringenden Abbau. Zur Verhandlung ist es damals nicht gekommen, das Unternehmen hat das Ansuchen wenige Tage vorher zurückgezogen. In einem Rundschreiben informierte Bürgermeister Franz Zach, dass Jürgen Aldrian die gute Beziehung zur Gemeinde und zum Bürgermeister nicht leichtfertig aufs Spiel setzen möchte und er auf das Walchener Gestein verzichte. Dass das Ansuchen ein weiteres Mal zurückgezogen wird und die Öblarner Bevölkerung kollektiv Aufatmen kann, ist eher unwahrscheinlich.