Wettlauf gegen Corona

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Es gibt in der heutigen Zeit wohl kaum etwas, was weltweit so herbeigesehnt wird, wie ein wirksamer Impfstoff gegen Corona. Einen solchen hat der russische Präsident Putin kürzlich offiziell zugelassen, obwohl noch keine große Feldstudie über Wirksamkeit und eventuelle Nebenwirkungen vorliegt. Was auf den ersten Blick wie ein großer Erfolg der russischen Wissenschaft aussieht, ist aber wohl nicht mehr als ein guter Marketinggag Putins. Denn trotz der Zulassung wird man nicht mit massenweisen Impfungen beginnen, bevor das Mittel ausreichend getestet ist.
Im Stadium dieser Tests, bei denen etwa 30.000 Menschen den Impfstoff verabreicht bekommen, befinden sich auch schon zahlreiche andere Präparate. Welches davon es schlussendlich zur Marktreife schaffen wird, ist heute nicht absehbar. Erst wenn nach einigen Monaten die Testpersonen gründlich untersucht, etwaige Nebenwirkungen erforscht und die dauerhafte Wirksamkeit untersucht sind, kann es seriöserweise zu einem Marktstart kommen.
Wie lange es bis dahin noch dauert, kann aus heutiger Sicht ebenso wenig beurteilt werden wie die Zeitspanne bis zur massenhaften Verfügbarkeit eines Impfstoffes. Sicher ist nur, dass rund um den Globus Dutzende Unternehmen und Forschungseinrichtungen mit Hochdruck nach einem Mittel suchen. Das aktuelle Vorpreschen Russlands zeigt wie wichtig das Thema weltweit ist, sagt aber noch nichts darüber aus, wer am Ende des Tages den Wettlauf um den ersten Impfstoff für sich entscheiden wird.