Wer soll sich das noch antun?

Fotoquelle: APA

Bundespräsident Van der Bellen wird sich also wenig überraschend auch bei der nächsten Wahl wieder um das höchste Amt im Staat bewerben. Das ist auch logisch, zumal ihm der Sieg nicht zu nehmen sein wird, nicht nur wegen der Unterstützung durch Grüne, SPÖ und Neos, sondern weil ein amtierender Präsident auch in der Vergangenheit immer gute Karten hatte. Zudem hat Van der Bellen einen ordentlichen Job gemacht und vor allem ersparen wir uns einen unappetitlichen Wahlkampf.

Es wird zwar einige Gegenkandidaten geben, mangels Erfolgsaussicht wird es aber hoffentlich ein kurzer und leiser Wahlkampf werden. Immerhin leiden wir ohnehin seit Jahren unter Dauerstreit in der Politik und man möchte sich einen geifernden Wahlkampf, in dem Putin und Corona die bestimmenden Themen sind, gar nicht erst vorstellen. Vielmehr könnte die Wahlkampfpause eine Chance sein, wieder einmal zur Sachpolitik zurückzukehren. Improvisieren und sich gegenseitig anpatzen soll ja nicht in alle Ewigkeit der einzige Inhalt der Politik sein.

Zudem könnte man die Zeit auch nutzen, um sich prinzipiell Gedanken zu machen, wie man die Politik wieder attraktiver machen könnte. Denn dass ÖVP und SPÖ weit und breit keinen Präsidentschaftskandidaten haben, ist nur die Spitze des Eisberges. Seit Jahren muss man charismatische Politiker mit der Lupe suchen, und aufgrund des Umgangstones darf das auch niemand wundern. Wer soll sich das noch antun?