Weg von der Gießkanne

Fotoquelle: Kleine Zeitung

Die österreichische Bauwirtschaft samt dem gesamten Baunebengewerbe steht vor einem der schwierigsten Jahre aller Zeiten. Nachdem in Zeiten der Nullzinspolitik das Geschäft brummte, kam der Neubau im heurigen Jahr so gut wie zum Erliegen. Die hohen Zinsen gemeinsam mit hohen Grundstückspreisen und stark gestiegenen Baukosten sind ein giftiger Cocktail, der die wirtschaftliche Errichtung von Gebäuden beinahe unmöglich macht. Dadurch droht einer Branche, die weit über 300.000 Menschen beschäftigt, eine äußerst harte Landung samt steigender Arbeitslosigkeit und einer starken Zunahme der Insolvenzen.

Als gelernter Österreicher ahnt man schon die typische Reaktion: Mit Förderungen und Geldleistungen sollen neue Impulse gesetzt werden. Diese Methode wurde schon in Coronazeiten ausufernd eingesetzt, die Folgen sind die hohe Inflation und ein starker Anstieg der Insolvenzzahlen. Die heutige Krise ist also zu einem Gutteil eine Folge der überzogenen Förderungen der letzten Jahre, ein Fehler, den man keinesfalls wiederholen sollte.

Der Staat hätte zahlreiche intelligentere und billigere Möglichkeiten, der Wirtschaft auf die Sprünge zu helfen. Schnellere und einfachere Genehmigungen etwa, durch die tausende fertig geplante Bauvorhaben sofort umgesetzt werden könnten. Oder endlich die Wiedereinführung der Zweckbindung der Wohnbauförderung, wo aktuell Milliarden an Arbeitgeberbeiträgen in den Landesbudgets verschwinden, statt auf den Baustellen zu landen. Wir müssen weg von der Gießkanne und hin zu einem wirtschaftsfreundlichen und schlank verwalteten Österreich. Dann kommt der Aufschwung von ganz alleine.

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