Wasserkraftwerk Gulling in Aigen eröffnet

Der Vorstand der „Wien Energie“ sowie die Geschäftsführung des E-Werkes Gröbming sichtlich zufrieden bei der Eröffnung des neuen Kraftwerkes.

Am vergangenen Freitag wurde das Wasserkraftwerk Gulling in Aigen offiziell von Vertretern der Wien Energie sowie der Gemeinde Aigen eröffnet. Das E-Werk Gröbming wird die technische Betriebsführung dieses Musterkraftwerkes übernehmen.
5000 Haushalte im Ennstal werden ab sofort mit sauberem Strom aus dem Wasserkraftwerk Gulling versorgt. Das Kraftwerk an der Gulling, einem Zubringer zur Enns, erzeugt mit 4100 KW Leistung jährlich rund 17,000.000 Kilowattstunden Öko-Strom aus Wasserkraft. Das spart jedes Jahr 13,000.000 Kilogramm CO2 – damit leistet das Kraftwerk einen wesentlichen Beitrag zum Klimaschutz in der Region. Am vergangenen Freitag war es dann soweit: Unter aktiver Einbindung der überaus zahlreich erschienen Bevölkerung von Aigen und Umgebung wurde das Wasserkraftwerk durch symbolisches Drücken auf den roten Knopf in Betrieb gesetzt. Kaiserwetter, ausgelassene Oktoberfeststimmung bei Freibier und Hendl, und dies musikalisch untermalt von der Musikkappelle Aigen, waren die Zutaten für ein rundum gelungenes Eröffnungsfest. Dazu der Bürgermeister von Aigen im Ennstal, Raimund Hager: „Wir sind sehr stolz auf das neue Wasserkraftwerk, das unsere Region mit umweltfreundlichem Strom versorgt. Als Gemeinde Aigen haben wir dieses zukunftsweisende und für unsere Umwelt so wichtige Projekt stets unterstützt und uns besonders dafür eingesetzt, dass die gesamte Anlage im Einklang mit der Natur stehen wird. Diese Symbiose von Natur und Technik ist hier wunderbar gelungen.“
Die Wien Energie, Österreichs größtes Energie-Versorgungsunternehmen mit über zwei Millionen Kunden, investiert aktuell kräftig in den Ausbau erneuerbarer Energielösungen. Dazu Vorstandssprecher DI Mag. Michael Strebl: „Das Kraftwerk Gulling ist ein Paradebeispiel für nachhaltige, lokale Energieerzeugung. Das ist Klimaschutz in der Region für die Region!“
Technisch gesehen spielt das Werk wirklich alle Stückerl: Gleich drei computergesteuerte Turbinensätze arbeiten rund 6000 Sekundenliter Wasser ab. Eine Peltonturbine sowie zwei Francisturbinen arbeiten im architektonisch besonders attraktiv gestalteten Krafthaus. Das Ausleitungskraftwerk mit einer Fallhöhe von 102 Meter ermöglicht eine große Energieausbeute. Eine Druckrohrleitung führt 3,4 Kilometer entlang der Gulling beziehungsweise der Gemeindestraße zum Krafthaus, wo aus dem Wasser mittels Turbine und Generator Strom erzeugt und danach in das örtliche Netz eingespeist wird. Auch die gesamte Wehranlage mit völliger Fischdurchgängigkeit und Klappenwehr-Technologie ist ein Gusto­stück für Technikinteressierte.
Der „Ennstaler“ fragte beim Geschäftsführer des Gröbminger E-Werkes, das ebenso mit seinem Aufsichtsrat der Eröffnung beiwohnte, nach, ob es nicht ungewöhnlich sei, wenn ein regionales E-Werk die technische Betriebsführung für ein Wasserkraftwerk des größten österreichischen Energieversorgers übernimmt? Dazu Mag. Ernst Trummer: „Das stimmt schon, aber wir haben mittlerweile das Know-How im Unternehmen, um auch Konzernstrukturen gerecht zu werden. Mit aktuell 13 Wasserkraftwerken im Portfolio wissen wir, wie man eine solche Betriebsführung bewerkstelligt.“ E-Werk-Gröbming-Aufsichtsratsvorsitzender Ing. Mag Franz Wallig ergänzte: „Wir haben in den letzten Jahren von Gröbming aus rund 40 Millionen Euro in erneuerbare Energie investiert und haben aktuell Projekte von weiteren 15 Millionen Euro in unserer Pipeline. Die Zeichen in Gröbming stehen weiter auf Expansion.“