Was läuft schief am Arbeitsmarkt?

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Nach dem schweren Einbruch am Arbeitsmarkt durch die Coronakrise bessert sich die Lage zusehends. Die Kurzarbeit ist mehr oder weniger Geschichte und die Beschäftigung nähert sich wieder dem Vorkrisenniveau. Allerdings bleiben zwei Probleme weitgehend ungelöst: Einerseits nimmt die Langzeitarbeitslosigkeit immer noch stark zu und andererseits wird es für Unternehmer immer schwerer, geeignete Arbeitskräfte zu finden. Diese eigentlich paradoxe Situation erfordert eine Reform am Arbeitsmarkt, die Minister Kocher auch angekündigt hat. Eines der größten Probleme ist sicher, dass die gesuchten Qualifikationen oft nicht am Arbeitsmarkt vorhanden sind. Während etwa im Tourismus und im Handwerk händeringend Mitarbeiter gesucht werden, sind die dafür notwendigen Fähigkeiten bei den Arbeitssuchenden kaum vorhanden. Und auch die räumliche Distanz ist oft ein Hindernis, während in Westösterreich Personal gesucht wird, sind die Arbeitslosen oft in Ostösterreich.

Ein weiteres Hemmnis für die Einstellung von Langzeitarbeitslosen ist die steile Lohnkurve, die ältere Mitarbeiter deutlich teurer macht und natürlich die sehr hohen Lohnnebenkosten. Dadurch kostet ein Mitarbeiter für den Unternehmer sehr viel, obwohl der Nettobezug im Vergleich zum Arbeitslosengeld oft gar nicht viel höher ausfällt. In all diesen Bereichen wird man ebenso über Reformen nachdenken müssen wie über die zukünftige Strategie bei der Aus- und Weiterbildung. Der größte Schlüssel zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit wäre nämlich die Ausbildung in Branchen, in denen auch Mitarbeiter gesucht werden.