Was denken wir?

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Angesichts des äußerst knappen Wahlausganges in den USA wird es wohl noch etwas dauern, bis die letzten Zweifel beseitigt sind und wirklich ein Sieger feststeht. Die größten Verlierer stehen aber schon fest, es sind die Meinungsforscher und viele große Medienkonzerne. Wie in den vergangenen Jahren schon öfters, ist man sowohl mit der statistischen Vorhersage des Ergebnisses als mit der journalistischen Beurteilung der Wahlauseinandersetzung meilenweit von der Realität entfernt. Und das wird bei uns in der westlichen Welt zunehmend zu einem Problem. Die Berichterstattung der großen Fernseh- und Radiosender sowie die der meisten Tageszeitungen wird zunehmend eintöniger. Oft werden nur mehr dieselben Standpunkte vertreten, eine echte Debatte über Alternativen findet nicht mehr statt. Dadurch scheinen sich immer mehr Menschen von diesen „Mainstream-Meinungen“ abzuwenden. Sie suchen dann oft alternative Möglichkeiten, sich zu informieren, wobei das natürlich auch Fake-News an die Oberfläche bringt. Man kann sich dies am Beispiel von Corona sehr schön ansehen: Eine etwas kontroversiellere Debatte in den klassischen Medien samt dem Zulassen alternativer Meinungen hätte hier wohl wesentlich mehr bewirkt, als nur die einzige „Wahrheit“ zu verkünden.
Im Windschatten dieser Entwicklung wird auch die Meinungsforschung immer unzuverlässiger, weil eben viele nicht mehr wahrheitsgetreu antworten. Und wir haben eine öffentliche Meinung, eine veröffentlichte Meinung und schließlich das, was wir wirklich denken.