Warten auf die Steuerreform

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Nachdem hinter den Kulissen schon eifrig an der nächsten Steuerreform gearbeitet wird, hat sich die Wirtschaftskammer zu Wort gemeldet, unter anderem mit der Forderung nach einer Senkung der Körperschaftssteuer für Unternehmen. Erwartet wird ja, dass es eine CO²-Steuer geben wird, die Energie deutlich teurer macht und im Gegenzug dafür andere Abgaben gesenkt werden. Dafür ist die Körperschaftssteuer aber denkbar schlecht geeignet, wiewohl natürlich jede Steuersenkung prinzipiell sympathisch ist.

Die Körperschaftssteuer fällt nur bei Unternehmen an, die auch Gewinne machen und sie hat einen einheitlichen Satz. Während es bei der Lohnsteuer durch die Steuerstufen jährlich eine verdeckte Erhöhung gibt, die man unbedingt abschaffen sollte (kalte Progression) ist die Körperschaftssteuer linear und damit auch nicht unter Senkungsdruck. Wenn man die steigenden Energiekosten an Betriebe und Bevölkerung zurückgeben will, dann eignen sich dafür sicher am besten die Lohnnebenkosten. Sie sind für Arbeitgeber und Arbeitnehmer der größte Posten und eine Senkung würde für alle eine deutliche Linderung der Last bedeuten, auch für jene, die wenig oder keinen Gewinn machen.

Daneben gäbe es noch zahlreiche andere Felder, wo eine Entlastung deutlich wichtiger wäre, etwa bei der privaten Altersversorgung. Und wenn die kalte Progression abgeschafft wird und die Steuerstufen und Lohnnebenkosten sinken sollten, dann wäre das mehr, als man erwarten darf. Da kann die Körperschaftssteuer ruhig bleiben, wie sie ist.