Vorschusslorbeeren

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Nach der EU-Wahl folgte ja ein mehr als unwürdiges Endlosspiel um die Position des Kommissionspräsidenten, aus dem keiner der Spitzenkandidaten, sondern Ursula von der Leyen als Siegerin hervorging. Sie hatte jetzt die schwierige Aufgabe, eine Kommission zusammenzustellen, die die Mehrheit im Parlament findet, den großen Problemen der Gegenwart gewachsen ist und die ausgewogen besetzt ist. Eine Aufgabe, die sie nach übereinstimmender Meinung recht gut bewältigt hat.
Immerhin stehen mit dem Klimawandel, der Migration und dem Brexit zahlreiche große Brocken an, deren Lösung in einem konjunkturell schwieriger werdenden Umfeld nicht einfach sein wird. Daher war es wichtig, eine Kommission zusammenzustellen, die sowohl auf Fraktionsebene als auch zwischen den Mitgliedsstaaten möglichst fein austariert ist. Das gelang mit der Bestellung von drei starken Stellvertretern mit Exekutivgewalt gut, es sollte zumindest etwas einfacher werden, mit diesem Team tragfähige Kompromisse zu erzielen.
Dass es bei 27 Kandidaten aus ebenso vielen Ländern auch Kritik an einzelnen Personen gibt, ist unvermeidlich und kann ja durch die Ablehnung einzelner Bewerber im Parlament noch korrigiert werden. Messen wird man die neue Kommission ohnehin an ihren Taten, aber angesichts der doch recht turbulenten Vorgeschichte der Bestellung ist ein gewisser Vertrauensvorschuss sicher berechtigt. Die Bewältigung der anstehenden Probleme wird ohnehin schwierig genug.