Vom Nutztierforscher zum Hirten

Der neue Hirte Ferdinand Ringdorfer (li.) mit seinen „Kollegen“ Martin Winz (re.) und Christina Ziegerhofer (Mi.), HK-Geschäftsführer Klaus Hofstätter und Landesobmann-Stv. Josef Schmiedhofer.

Die 700 Mutterschafe umfassende Herde am Hauser Kaibling behirtet in diesem Sommer niemand Geringerer als der Schaf- und Ziegenexperte Ferdinand Ringdorfer.

In den Wintermonaten tummeln sich an den Hängen des Hauser Kaiblings die Wintersportler. Das hinterlässt Spuren. Anderswo rückt man in den warmen Jahreszeiten mit schwerem Gerät an, um die Wiesen zu sichern und zu pflegen. Seit 2008 geht man am Hauser Kaibling einen ökologischen Weg und besinnt sich auf eine jahrhundertealte Art der Landschaftspflege: Schafe. Mit dem Almauftrieb Anfang Juni übernahm der ehemalige Leiter der Abteilung Schafe und Ziegen im Institut für Nutztierforschung der HBLFA Raumberg-Gumpenstein, Ferdinand Ringdorfer, die Verantwortung für die rund 700 Schafe am Hauser Kaibling. Diesen Sommer haben sich auch erstmals 19 Ziegen unter die Schafherde gemischt, was unter anderem an der Expertise des neuen Hirten liegt. „Die Ziegen fressen, im Gegensatz zu den Schafen, zuerst die Sträucher und dann das Gras. An ein paar Weideplätzen am Hauser Kaibling ist das von großem Vorteil, da so beispielsweise auch die Erlensträucher gefressen werden“, so Ferdinand Ringdorfer. Abwechselnd unterstützt wird der neue Hirte von Schäfermeister Martin Winz und der Hirtin Christina Ziegerhofer. Martin Winz war unter anderem der allererste Schäfer am Hauser Kaibling.

Das sanfte Rupfen und Zupfen der Schafzähnchen verhindert, dass die Berghänge zuwachsen und die wertvolle Alpenflora in ihrer ganzen Vielfalt auch weiterhin hier gedeihen kann. Außerdem sorgen die Spalthufe der Tiere für eine gesunde Bodendurchlüftung und die Hinterlassenschaften der Tiere leisten als natürlicher Dünger hervorragende Dienste. „Unsere Schafe sind also Bergretter im wahrsten Sinne des Wortes“, erklärt Hauser-Kaibling-Geschäftsführer Klaus Hofstätter.