Verzicht fürs Klima?

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Die westliche Welt erfreut sich heute des höchsten Lebensstandards der Geschichte. Und obwohl sich auch die Umweltbedingungen dramatisch verbessert haben, macht sich seit einiger Zeit Weltuntergangsstimmung breit. Die „Fridays for Future“-Bewegung hält uns den Spiegel vors Gesicht, wir müssen den Klimawandel bekämpfen, und zwar sofort. Wie wir das anstellen sollen, steht aber einstweilen noch in den Sternen.
Schon bei uns sind die Antworten recht schwierig. Wir sollen die Verbrennung von Kohle, Gas und Erdöl dramatisch eindämmen, aber deren Ersatz durch erneuerbare Energien ist nur teilweise möglich. Atomenergie ist für viele eine Alternative, andererseits aber auch eine Riesengefahr. Zudem entsteht beinahe der halbe CO2-Ausstoß durch die Ernährung und die Internetverwendung. Die Frage, ob wir zum Verzicht bereit sind, beantworten wohl nicht wenige Menschen schlicht mit nein. Und bei gesetzlichen Verboten oder Preiserhöhungen spielt auch der soziale Aspekt eine deutliche Rolle.
Da der Klimawandel zudem ein globales Problem ist, spielt der entwickelte Westen mit etwa einem Viertel des gesamten CO2-Ausstoßes nur eine untergeordnete Rolle. Wie soll man dem Rest der Welt, in dem hunderte Millionen Menschen gerade erst aus der bittersten Armut den Weg zu einem besseren Leben gefunden haben, die Notwendigkeit zum Verzicht erklären? Wohl schwer, wenn diese Bereitschaft auch bei uns nicht sehr ausgeprägt ist.