Ungewiss wie eh und je

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Nachdem es vorderhand große Einigkeit zur Einführung der Impfpflicht ab ersten Februar gegeben hat, scheint nun nicht nur das Datum der Einführung, sondern das ganze Vorhaben einigermaßen ungewiss. Von allen Seiten kommt Kritik, es mangelt an den nötigen Daten von der Sozialversicherung, die Gerichte fürchten einen Zusammenbruch durch die große Zahl der erwarteten Einsprüche und manche Experten wollen erst nach der Omikronwelle mit der Impfpflicht beginnen. Alles in allem also eine recht unübersichtliche Lage. Grob gesagt, ist die Durchimpfungsrate in Österreich durchschnittlich, wir sind weder Vorreiter noch Nachzügler. Und wie sich die Omikronvariante wirklich auf das Infektionsgeschehen und vor allem die Spitalsbelegung auswirken wird, weiß noch niemand, aber eines ist wohl sicher: Eine Impfpflicht, die wegen mangelnder Verfügbarkeit von Daten in drei Monaten eingeführt wird, kommt jedenfalls zu spät, um irgendeinen Einfluss auf die aktuelle Entwicklung zu nehmen.

Wie schon so oft in der Coronazeit stehen wir somit wieder einmal ratlos am Rand des Spielfeldes und werden von den Ereignissen überrollt. Niemand kann seriös sagen, wie die Lage in einigen Wochen sein wird, und die Situation ist eigentlich in sämtlichen westlichen Ländern ähnlich unbefriedigend. An der unerfreulichen Situation wird die Impfpflicht wohl wenig ändern, außer dass die Spaltung der Gesellschaft noch weiter vorangetrieben wird. Vielleicht wäre es an der Zeit, eine Nachdenkpause einzulegen, zumal man ohnehin nicht weiß, was die Zukunft bringt.