Transit muss auf die Autobahn

Verordnet Bezirkshauptmann Josef Dick wie geplant die Tonnagebeschränkung, dann wird der Transit-Schwerverkehr von der Ennstal-Bundesstraße B 320 verbannt. Foto: Ennstaler

Die Bezirkshauptmannschaft plant die Umsetzung einer 7,5-Tonnen-Beschränkung auf der Ennstal-Bundesstraße B 320, die ausschließlich den Transitverkehr treffen soll. Den heimischen Güter- und Werksverkehr will man dadurch nicht einschränken. Das fordert auch die Wirtschaftskammer Steiermark.
Die B 320 ist eine der stau- und unfallreichsten Strecken des Landes. Für diese Verkehrsüberlastung ist unter anderem der Schwerverkehr verantwortlich, vor allem jene LKW, die nicht zum Ziel- und Quellverkehr zählen. Denn ganze 43 Prozent der über 7,5 Tonnen schweren Lastkraftwagen nutzen die B 320 lediglich als Ausweichstrecke zwischen Tauern- und Pyhrnautobahn. Das besagt eine aktuelle Studie, auf deren Basis Bezirkshauptmann Josef Dick eine 7,5-Tonnage-Beschränkung auf der Ennstal-Bundesstraße durchbringen will: „Eine der Messungen wurde am 28. März in Haus im Ennstal durchgeführt. Von 1773 LKWs hatten 759 kein Ziel und keine Quelle im Ennstal“, so Dick auf Anfrage des „Enns­talers“. Diesen Anteil will man durch die neue Verordnung auf die Autobahn verlagern, was sich auch positiv auf den Verkehr in der Bezirkshauptstadt auswirken könnte: „Aus der Verkehrsanalyse ist ersichtlich, dass sich auch für Liezen die Situation verbessern wird“, sagte der Bezirkshauptmann. Nach Ausarbeitung des Verordnungs-Entwurfs hat man sich mit der Wirtschaftskammer auf eine dreiwöchige Einspruchsfrist geeinigt, die Mitte August endet. Die Umsetzung der Verordnung wäre somit schon mit 1. September möglich.
Heimische Betriebe
„Es gab schon viele Studien, die jedoch nie ein Fahrverbot gerechtfertigt hätten. Dieses Mal ist es anders“, sagte Anja Krenn, Fachgruppen-Geschäftsführerin der Wirtschaftskammer Steiermark für das Güterbeförderungsgewerbe, im Gespräch mit dem „Enns­taler“. Die aktuelle Studie würde auf einer fundierten Zählmethode basieren, die eine Steigerung des PKW- und des LKW-Verkehrs ergeben hätte, so Krenn, die betonte: „Ich kann die betroffene Bevölkerung verstehen. Doch es muss klar sein, dass es bei einer Umsetzung darum gehen muss, den Transit in den Griff zu bekommen und nicht die heimische Wirtschaft zu schädigen.“ Krenn will nun den Verordnungsentwurf abwarten und dann Stellung beziehen. „Ich werde darauf schauen, dass unsere heimischen Frächter nicht unter die Räder kommen“, betonte die Fachgruppen-Geschäftsführerin.
Kein Effekt für B 114
Eine baldige Lösung für die B 320 ist somit in Sicht. Anderes verhält es sich da schon auf der B 114 über den Triebener Tauern. Seit Jahren bemühen sich die betroffenen Gemeinden um eine Lösung, die den Schwerverkehr zurück auf die Autobahn bringen soll. Bislang vergeblich. Auf der steirischen Seite wurde von Seiten der Bezirkshauptmannschaft ein Winterfahrverbot im Jahr 2013 verhängt. Auf der Murtaler Seite gibt es das jedoch nicht.
Dass sich die Tonnage-Beschränkung auf der B 320 auch positiv auf die B 114 auswirken wird, daran glaubt Bezirkshauptmann Josef Dick nicht: „Das wird weiterhin ein Problem bleiben. Eine Lösung muss von der Landesregierung vorangetrieben werden“, so Dick. Denn da sich die betroffene Straße über zwei Bezirke erstreckt, kann von Seiten der Bezirkshauptmannschaft Liezen nur eine Verordnung getroffen werden, die allein für den Bezirk Liezen gültig ist.