Tourismusregion Schladming-Dachstein schaute „aufs Morgen“

6. Tourismusdialog in Schladming: Mathias Schattleitner (Schladming-Dachstein), Wirtschaftskabarettist Otmar Kastner, Barbara Schiefer (Leader), Theresa Haid (Vitalpin), Reinhard Lanner (Österreich-Werbung) und Stephan Fuchs (Moderation). Foto: Martin Huber


Zentrale Themen des sechsten Tourismusdialogs waren zukünftige Trends und Entwicklungen. Allen voran die Strukturreform, welche mit heute in Kraft tritt.

Mit dem 28. September war das Datum für den Tourismusdialog nicht zufällig gewählt. Unmittelbar vor dem offiziellen Start der neuen Erlebnisregion Schladming-Dachstein, dem 1. Oktober, lud der Verband zum sechsten Mal die touristischen Interessensgruppen ein. Über 200 Teilnehmer folgten der Einladung in den Schladminger Congress. Wirtschaftskabarettist Otmar Kastner motivierte die Teilnehmer zu einem Perspektivenwechsel. Seine pointierten Ausführungen lagen oft gar nicht so weit weg vom tatsächlichen Alltag in der Arbeitswelt.

Wichtiger Treiber

In der Podiumsdiskussion unterhielten sich die Teilnehmer über Trends, Entwicklungen und die bevorstehende Strukturreform. Man habe viel erreicht, aber Erfolg sei keine Selbstverständlichkeit, sagt Tourismus-Chef in Schladming-Dachstein Mathias Schattleitner: „Es kommen in nächster Zeit viele Herausforderungen und neue Aufgabenfelder auf uns zu. Daher gilt es, sich frühzeitig diesen Veränderungen bestmöglich anzupassen.“ Mit der neuen Struktur in der Erlebnisregion habe man eine sehr gute Basis geschaffen und könne optimistisch „aufs Morgen“ schauen. Barbara Schiefer, Geschäftsführerin der Leader-Region Ennstal Ausseerland, stellte den Touristikern der Region ein positives Zeugnis aus. Die Tourismusbranche sei äußerst kreativ und nutzt die Leader-Budgets, um Projekte umzusetzen: „Der Tourismus ist ein absolut wichtiger Treiber der Regionalentwicklung. Als Leader-Region unterstützen wir innovative Projekte, die auf regionale Zusammenarbeit bauen, neue Akzente setzen und die Wertschöpfung steigern.“

Authentisch und verträglich

Dass am Thema Nachhaltigkeit keine Branche mehr vorbeikommt, legte Theresa Haid, Geschäftsführerin des Vereins Vitalpin, dar. Vitalpin beschäftigt sich mit dem Spannungsfeld Mensch, Wirtschaft und Natur. Klar sei, dass der Tourismus einen wichtigen Wirtschaftsfaktor im Alpenraum darstelle. Es gilt kleine Strukturen zu erhalten, sich auf Regionalität zu besinnen und das in Einklang mit der Natur zu bringen. „Denn nur im Einklang mit der einheimischen Bevölkerung und einer intakten Natur kann der alpine Tourismus zukünftig weiterhin erfolgreich, authentisch und verträglich bestehen“, so Theresa Haid. Die Frage werde also nicht sein, Wachstum ja oder nein, sondern „wie und wo dies sozial, wirtschaftlich und ökologisch nachhaltig möglich ist.“ Im Alpenraum habe man dafür im internationalen Vergleich eine sehr gute Ausgangslage und unschlagbare Produkte.

Digital wachsen

Reinhard Lanner, Leiter des Digitalbereichs der Österreich-Werbung, ermutigte mit den Möglichkeiten der digitalen Welt zu wachsen. „Wir haben die letzten Jahre damit verbracht, bestehende Arbeitsweisen ins Internet zu übertragen. Jetzt ist es an der Zeit, neue Geschäftsmodelle in einer hybriden Welt zu entwickeln“, so Lanner. Die Digitalisierung ermögliche zukünftig jedem Gast sein individuelles Schladming-Dachstein-Erlebnis durch Kombination unterschiedlichster Freizeitmöglichkeiten auf Basis persönlicher Interessen.

Zukunftsfitte Organisation

Im Anschluss nutzten einige Besucher die Möglichkeit mit den Podiumsgästen in Interaktion zu treten. Dabei stand vor allem die bevorstehende Strukturreform im Vordergrund, allen voran die Übernahme der Kosten für die Infrastrukturerhaltung. Mathias Schattleitner verstand die Bedenken der Touristiker und Landwirte, räumte allerdings ein, dass das Land bei diesem Punkt keinen Verhandlungsspielraum zuließ. Nun gelte es aus der Zäsur der Strukturreform die Erfolgsgeschichte weiterzuschreiben. Schattleitner sei überzeugt, mit der neuen Organisation zukunftsfit aufgestellt zu sein.