Tonnagebeschränkung auf B 320 mit Anfang Oktober

Täglich wird die Straße über den Triebener Tauern von Mautflüchtlingen als Ausweichroute benutzt. Bilder wie diese werden aber bald der Vergangenheit angehören, denn auf der B 114 wird ebenso eine Tonnagebeschränkung verordnet wie auf der Ennstal-Straße B 320. Foto: o.K.

Auch am Triebener Tauern wird Lkw-Fahrverbot verordnet.Seit Mittwochmittag steht es fest: Auf der Ennstal-Bundesstraße B 320 kommt mit Anfang Oktober eine 7,5 -Tonnagebeschränkung. Darauf einigten sich in einer letzten Verhandlungsrunde Bezirkshauptmann Dr. Josef Dick und Vertreter der Wirtschaftskammer. Gute Neuigkeiten gibt es auch für die Bewohner entlang der B 114 über den Triebener Tauern – hier  wird ebenso ein Lkw-Fahrverbot über 7,5 t – ausgenommen Ziel- und Quellverkehr – verordnet.  Bezirkshauptmann Josef Dick wirkte fast erleichtert, als er auf Anfrage des „Ennstalers“ zum Verhandlungsergebnis sagte: „Es war ein langer Prozess, aber ich glaube, dass wir im Interesse der Menschen entlang der Ennstal-Straße eine gute Lösung gefunden haben. Wir gewährleisten nämlich damit eine Reduktion des Schwerverkehrs um bis zu 40 Prozent“. Geeinigt habe man sich, so der Bezirkshauptmann, auf eine 7,5-Tonnagebeschränkung, ausgenommen Ziel- und Quellverkehr, wobei hier ein Zwei-Zonen-Modell zur Anwendung kommen wird. „Dadurch werden die regionalen Frächter und Unternehmer nicht benachteiligt, ausländische Frächter aber daran gehindert, die B 320 weiter als Ausweichroute zu benützen“, so Dick. Das Modell sieht eine „Rote Zone“ rund um Liezen und östlich davon bis Landl sowie entlang der Pyhrnautobahn A9 bis Trieben vor. Schwerfahrzeuge über 7,5 Tonnen, die in dieser Zone Be- oder Entladen, dürfen auch die Ennstal-Straße benützen. Zum anderen wird es eine „Gelbe Zone“ geben, deren Gebiet bei Redaktionsschluss dieser Ausgabe aber noch nicht endgültig definiert war. Transporte, die dort ihr Ziel oder ihre Quelle haben, müssen auf ein höherrangiges Netz, also die Autobahn, ausweichen.  Nach dem nun abgeschlossenen Anhörungsverfahren, in dem rund 70 Stellungnahmen von Gemeinden, der Wirtschaftskammer und Interessenvertretungen bearbeitet wurden, wird die Verordnung erstellt, die dann in der Grazer Zeitung, dem Amtsblatt für die Steiermark veröffentlicht wird. Wirksam wird die 7,5-Tonnagebeschränkung auf der Ennstal-Straße dann mit dem Aufstellen der Verkehrszeichen, was bereits kommende Woche der Fall sein könnte.  Zufrieden mit dem Ergebnis zeigten sich auch Peter Fahrner, Fachgruppenobmann des Güterbeförderungsgewerbes, und Regionalstellenleiter Helmut Blaser als Vertreter der Wirtschaftskammer. Fahrner sagte gegenüber dem „Ennstaler“: „Wir wissen natürlich, dass die Ennstal-Straße eine Ausweichroute ist, die vorwiegend von ausländischen Frächtern genutzt wird. Es war deshalb nicht unsere Aufgabe Mautflüchtlinge zu unterstützen, sondern eine gute Lösung für die steirischen Frächter und regionalen Unternehmer zu finden, und das ist meiner Meinung nach auch gelungen“.  Fahrverbot am Tauern Wenige Tage vor dem Durchbruch für die Ennstal-Straße zeichnete sich auch eine Lösung für die B 114, die Triebener Straße, ab. Die „Tauernstraße“ ist ja ebenfalls bekannt dafür, dass sie seit vielen Jahren gerne von Mautflüchtlingen benutzt wird, was jedoch beinahe täglich zu „haarigen“ Situationen und auch schon vielen sehr schweren Verkehrsunfällen geführt hat. Wie Verkehrslandesrat Anton Lang in einer Aussendung mitteilte, stellt der Schwerverkehr nicht nur durch Lärm und Abgase eine große Belastung für die Bevölkerung der Anrainer-Gemeinden dar, sondern ist auch für den Tourismus in der Region nicht förderlich. Deshalb ging diese Woche auch eine Verordnung in Begutachtung. „Bei der Verordnung zur B 114 handelt es ich um eine ganzjährige Tonnagebeschränkung für Fahrzeuge über 7,5 t Gesamtgewicht. Ausgenommen von dieser Verordnung soll lediglich der Ziel- und Quellverkehr der Gemeinden in nächster Nähe des Triebener Tauern sein. Das bereits bestehende generelle Fahrverbot für Sattelkraftfahrzeuge in den Wintermonaten bleibt aufrecht“, so Lang.  Von Seiten der Wirtschaftskammer war zu erfahren, dass es keine Einsprüche gegen ein Lkw-Fahrverbot auf der B 114 geben wird. „Wie die B 320 wird auch die Straße über den Tauern vor allem von äusländischen Frächtern benutzt. Dabei sind die Kurvenradien auf der Triebener Seite viel zu eng für 40 Tonner, was natürlich immer für gefährliche Situationen sorgt. Mit ein Grund dafür, dass wir die Tonnagebeschränkung, ausgenommen Ziel- und Quellverkehr, befürworten werden, so Regionalstellenleiter Helmut Blaser.  Der beinahe 15-jährige Kampf der Gemeinden entlang der Straße würde sich damit doch noch bezahlt machen.