Stuttgarter Chaos

An sich hat man sich nach den Ereignissen in den USA bei uns an Demonstrationen schon gewöhnt. Was sich aber am Wochenende in Stuttgart abgespielt hat, ist eine völlig neue Dimension. Aufgrund einer harmlosen Polizeikontrolle und ohne ein Motiv zog plötzlich ein randalierender und plündernder Mob durch die Stadt und hinterließ eine Spur der Verwüstung. Die Polizei konnte das Treiben nicht unterbinden, hatte selber zahlreiche Verletzte zu beklagen und konnte nur wenige Übeltäter verhaften. Eine derartige Eskalation samt machtloser Exekutive ist für uns neu. Was man bisher nur aus Pariser Vororten kannte, ist jetzt in Deutschland angekommen. Natürlich gibt es zahlreiche Gründe für die Frustration der Betroffenen, etwa die Folgen der Coronaquarantäne, gesunkene Zukunftsaussichten oder die besagten Ereignisse in den USA. Nichts von alledem kann aber auch nur im Geringsten die Geschehnisse entschuldigen.

Jetzt ist der Staat gefragt, am schnellsten Weg sein Gewaltmonopol wieder herzustellen und für Sicherheit, Recht und Ordnung zu sorgen. Man wird sich Gedanken machen müssen, wie man bei solchen Ereignissen schneller Verstärkung heranschafft und mit welchen Mitteln man den Gewalttätern entgegentritt. Jedenfalls werden das bedeutend härtere Mittel sein müssen. Und die wenigen Verhafteten sollten schnellstens vor Gericht und zumindest mit Haftstrafen bedacht werden. Sonst nimmt den deutschen Staat bald keiner mehr ernst, und das Chaos wird zur Normalität.