Streik gegen Gemeinnützige?

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Schon das dritte Jahr hintereinander kommt es bei den Pflegeberufen aktuell zu Warnstreiks und ein Kompromiss scheint in weiter Ferne. Die Gewerkschaft fordert eine Arbeitszeitverkürzung auf 35 Stunden, die Arbeitgeber wollen davon nichts wissen. Immerhin würde das einer Kostensteigerung von rund zehn Prozent entsprechen, was für die oft gemeinnützigen Träger wie die Volkshilfe oder das Hilfswerk nicht aus eigener Kraft zu stemmen wäre. Am Ende müsste wohl der Steuerzahler die Rechnung zahlen.
Nun ist unbestritten, dass die Pflege eine der größten Herausforderungen der nächsten Jahre ist und dass man bisher nicht ausreichend vorbereitet ist. Schon jetzt fehlen tausende Arbeitskräfte und ohne die zahlreichen ausländischen Pflegehelferinnen würde das System schon heute zusammenbrechen. Es sollte daher dringend überlegt werden, wie man die Pflegeberufe attraktiver machen kann, um die in Zukunft benötigten Arbeitskräfte auch rekrutieren zu können.
Natürlich ist dazu eine kürzere Arbeitszeit oder eine höhere Bezahlung ein probates Mittel. Allerdings scheint der aktuelle Arbeitskampf ein Stellvertreterkrieg zu sein, denn die von Förderungen abhängigen Arbeitgeber können die Kostensteigerungen sicher nicht schultern. Daher ist der richtige Adressat für die Forderungen der Mitarbeiter letztlich die Politik. Sie wird die entstehenden Mehrkosten in der einen oder anderen Weise zu tragen haben und wäre daher auch der richtige Ansprechpartner.