Steirische Gebirgsgarnelen setzen zur Expansion an

In Edlach bei Rottenmann wird eine europaweit einzigartige Garnelenzucht betrieben. Ideengeberin Ingrid Flick lud Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer (2.v.l.) sowie die WKO-Präsidenten Josef Herk (re.) und Jürgen Mandl zur Betriebsbesichtigung ein. Foto: Klaus Morgenstern

Einzigartig in Europa: Das Start-up White Panther züchtet besonders seltene Gebirgsgarnelen im Paltental. Nun setzt das Unternehmen zur Expansion an. Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer sowie Josef Herk und Jürgen Mandl, Wirtschaftskammer-Präsidenten von der Steiermark bzw. Kärnten, gratulierten persönlich zu diesem Erfolg.

Kulinarische Innovationskraft hält im steirischen Paltental Einzug. Aufgrund des Engagements der Flick-Privatstiftung wird in Edlach bei Rottenmann eine in Europa einzigartige Gebirgsgarnelenzucht betrieben. Mit einem jährlichen Produktionsvolumen von bis zu 60 Tonnen ist die Aufzucht die größte Indoor-Aquakultur für Garnelen in Europa. Die Paltentaler Salzwassergarnelen, die ohne Einsatz von Antibiotika, Hormonen oder Chemie auskommen, werden frisch und nicht tiefgekühlt ausgeliefert. „Das Produkt ist so einzigartig, dass wir bereits in den ersten Monaten eine sehr hohe Nachfrage insbesondere aus der Spitzengastronomie, aber auch von vielen Privatkunden verzeichnet haben. Wir setzen mit der hochinnovativen und aufwendigen Brutzuchtanlage, die es in dieser Form in Europa nur einmal gibt, einen neuen Standard“, so Gründerin und Ideengeberin Ingrid Flick.

Kulinarische Innovation

Alle Wachstumsschritte – vom Ei bis zum ausgewachsenen Tier – erfolgen in Edlach bei Rottenmann, wo White Panther bereits 20 Mitarbeiter beschäftigt. „Dass die Steiermark in vielen Bereichen zur weltweiten Innovationsspitze gehört, ist bekannt. Nun können wir auch im Bereich der Kulinarik und Spitzengastronomie auf eine internationale Referenz verweisen, die Ökologie und Wirtschaftlichkeit in Einklang bringt. Für die gesamte Region entsteht hier ein nachhaltiger Innovationsleuchtturm“, betont Josef Herk, Präsident der Wirtschaftskammer Steiermark, bei einem Betriebsbesuch.

50 Millionen Stück

Bei White Panther im Rottenmanner Ortsteil Edlach werden der „White Tiger Shrimp“ und der „Blue Shrimp“ gezüchtet. Aufgrund des auffälligen Farbtons des Fleisches im Rohzustand ist die „Blaue Garnele“ der Star der Produktion. Neben der Gebirgsgarnelen-Aufzucht verstärkt White Panther in Zukunft aber auch die Aktivitäten im Bereich der Postlarven: „Bis zu 50 Millionen Postlarven sollen zukünftig produziert und auch über Europa hinaus vermarktet werden“, erklärt White-Panther-Geschäftsführer Maternus Lackner. Entscheidender Wettbewerbsvorteil: während der zum Großteil aus den USA stammende Mitbewerb für die Anlieferung zwischen 15 und 20 Stunden benötigt, „können Postlarven in wenigen Stunden vom Paltental ins europäische Ausland transportiert werden“, so Lackner. Das zusätzliche wirtschaftliche Standbein ist aus der Not heraus entstanden: Eigentlich wäre geplant gewesen, Garnelen-Larven aus amerikanischer Zucht zuzukaufen und im Paltental aufzuziehen. Doch ein Hurrikan zerstörte die Zuliefererfarmen und so wurde begonnen, eigene steirische Larven zu züchten, die nun international verkauft werden.

Holzgaskraftwerk als Ausgangspunkt

Dass es überhaupt zur Garnelenproduktion „made in Styria“ gekommen ist, liegt indes am Holzgaskraftwerk, welches die Flick-Privatstiftung auf ihrem Forstbetrieb im steirischen Rottenmann betreibt. Um die Abwärme der Anlage sinnvoll zu nutzen, kam es zur Idee einer Garnelenproduktion. Denn die Becken für die Garnelen müssen durchgängig auf 28 bis 29 Grad erwärmt bleiben. Die Holzgasanlage ist dabei nicht nur Ausgangspunkt des Projekts, sondern auch das Herz des gesamten Betriebs. Denn der Strom der Anlage – sie erzeugt pro Jahr 1,5 Millionen Kilowattstunden Ökostrom – hält Produktion und Garnelen am Leben – und das selbst im Falle eines großflächigen Blackouts.