Steiermark will führende Mountainbike-Region werden

Sportartikelhandel-Branchensprecher Harald Scherz, MTB-Koordinator Markus Pekoll, Sport-LR Christopher Drexler und Christoph Berger-Schauer vom LINES Magazin (von li.) präsentierten die erste steirische Bike-Mappe. Foto: © steiermark.at/Streibl

Die Strecken digitalisieren und das Angebot ausbauen: Mountainbike-Koordinator Markus Pekoll hat große Pläne. Als ersten Schritt soll die steirische Bike-Mappe für Bewusstseins  bildung schon beim Fahrradkauf sorgen.

Seit 15. Februar ist Ex-Profi Markus Pekoll der erste Mountainbike-Koordinator der Steiermark. In diesen Wochen hat sich gezeigt: Der Mountainbike-Boom ist ungebrochen, Bewusstseinsbildung deshalb wichtig. Ein erster Schritt wurde nun mit der steirischen Bike-Mappe gesetzt, die in Kooperation mit dem Landes-Sportressort, den steirischen Sportartikelhändlern, der ARGE Fahrrad und dem LINES-Mountainbike-Magazin gestaltet wurde. Die Erstauflage umfasst 35.000 Exemplare. Verteilt werden sie über die steirischen Sporthändler.

 

Regeln für Radfahren im Wald

Der sichere und konfliktfreie Start in den Mountainbike-Sport soll unter anderem durch Informationen über das Radfahren im Wald, die zentralen Sicherheitsregeln und einen Überblick der wichtigsten Ausdrücke des Bike-Slangs erleichtert werden. „Das Angebot an Mountainbike-Strecken kann mit der enormen Nachfrage derzeit noch nicht Schritt halten. Gerade weil es dadurch oft eng wird im Wald, ist es uns ein wichtiges Anliegen, gemeinsam erste Schritte zu setzten, die zu einem wertschätzenden Umgang unter allen Beteiligten aus Freizeitsport, Land-, Forst- und Jagdwirtschaft beiträgt“, betont Mountainbike-Koordinator Markus Pekoll. Die neue Mappe punktet jedoch nicht nur mit Inhaltlichem, sondern bietet auch ausreichend Platz, um alle nötigen Unterlagen rund um das Lieblingssportgerät zu verstauen. So können Rechnung, Bedienungsanleitungen und Servicepässe geordnet aufbewahrt werden. Die Mappe enthält auch wichtige Tipps, um Dieben kein allzu leichtes Spiel zu machen. Immerhin werden in Österreich etwa 55 Fahrräder pro Tag gestohlen.

 

Streckennetz digital abrufbar

Neben der notwendigen Bewusstseinsbildung liegt der Fokus des neuen Mountainbike-Koordinators auf der Erfassung des Bike-Netzes. Nach der Erhebung werden nun die Streckendaten im Geoinformationssystem (GIS) genau verortet und eingezeichnet. So kann das legale Streckennetz schon bald exakt und voll digitalisiert abgerufen werden. Steiermarkweit existieren 194 offizielle Mountainbike-Routen und hochgerechnet rund 1350 Kilometer an freigegebenen Forststraßen. Da sich jedoch zahlreiche Wege überschneiden und beträchtliche Teile davon über asphaltierte Straßen und Wege führen, liegt die Gesamtzahl der Routen-Kilometer deutlich höher. Die erhobenen Streckendaten umfassen ebenso das Angebot von 13 öffentlichen Mountainbiketrails mit insgesamt 23,6 Kilometern, die ohne Liftunterstützung auskommen. Die Bikeparks in der Steiermark verfügen über 36 Trails mit 63,5 Kilometern Länge und das in unterschiedlichsten Schwierigkeitsgraden. Um dem bestehenden Bedarf gerecht zu werden, sollen nun Angebote in den urbanen Gebieten geschaffen werden: „Wir sind bereits auf einem guten Weg, wenngleich uns natürlich bewusst sein muss, dass die kontinuierliche Schließung der Lücke zwischen vorhandener Streckeninfrastruktur und Nachfrage nur langfristig gelingen kann. Doch mit jedem umgesetzten Projekt, kommen wir unserem ambitionierten Ziel, die Steiermark zu einer der führenden Mountainbike-Regionen Europas zu machen, einen Schritt näher“, sagt Sportlandesrat Christopher Drexler.

 

Neue Ansätze nötig

„Mountainbiken muss neu gedacht werden. Es braucht unterschiedlichste Ansätze für die Steiermark, so unterschiedlich wie auch unsere landschaftlichen und demografischen Gegebenheiten sind“, betont Mountainbike-Koordinator Markus Pekoll. „Abgesehen davon, dass die Diskussion um eine abschnittsweise Öffnung von Forststraßen stets von zahlreichen Interessen, Vorbehalten und Emotionen begleitet ist, liegt darin auch nicht die Lösung für den bestehenden Mangel an Bike-Strecken“, ist Pekoll sicher, der einen Angebots-Mix, welcher die unterschiedlichen Anforderungen von Bikern mit den Interessen der Land- und Forstwirte, Grundbesitzer und anderen Naturnutzer in Einklang bringt, forcieren will. Als Vorbilder zieht Pekoll Länder wie Schottland, Wales, Tschechien, Polen und die Slowakei heran. Diese würden trotz intensiver Forstwirtschaft mit klaren Angeboten für Mountainbiker überzeugen, so der Mountainbike-Koordinator.

 

Gemeinsam zur führenden Bike-Region

Nach abgeschlossener Erhebung und Digitalisierung des vorhandenen Streckennetzes soll eine einheitlichen Beschilderung von Mountainbike-Strecken vorangetrieben werden. Für die Schaffung eines bedarfsgerechten Angebots ist eine strategische Planung der nötigen Bike-Infrastruktur in allen steirischen Regionen geplant. Dabei stünde der offene Dialog mit Interessenten wie Privatpersonen, Vereinen, Gemeinden und Regionen im Vordergrund, die mit Unterstützung des neuen Mountainbike-Koordinators entsprechende Projekte aufsetzen und weiterentwickeln wollen. „Ich bin immer wieder beeindruckt, wie viel an Aufbauarbeit und Bewusstseinsbildung unserem Mountainbike-Koordinator schon in wenigen Monaten im Amt gelungen ist. Es liegt noch ein beträchtlicher Weg vor uns, aber mit jedem umgesetzten Projekt, kommen wir unserem ambitionierten Ziel, die Steiermark zu einer der führenden Mountainbike-Regionen Europas zu machen, einen Schritt näher“, betont Sportlandesrat Christopher Drexler.