Stallgebäude zu verkaufen

Panorama, viel Grün, Abgeschiedenheit und/oder Pistennähe sind die Zutaten für eine Bestpreisgarantie. Foto: o. K.

Der Verlockung des schnellen Geldes mit Immobilienverkäufen können manche nicht Widerstehen. Für Bauland und ausbaufähige Objekte gibt es mittlerweile keine Grenzen mehr nach oben. Darüber hinaus kann man jedoch an die Grenzen der Gesetze stoßen.

Nichts lässt sich derzeit schneller vergolden, als Immobilien in der Region. Die klassischen Gesetze der freien Marktwirtschaft scheint es in dieser Branche auszuhebeln. Den Preis bestimmt der Verkäufer und mit etwas Geduld können schwindelerregende Beträge erzielt werden. Trotz der zusätzlich explodierenden Kosten für Baustoffe scheint der Hype rund um Immobilienkäufe nicht abzuflauen. Im Gegenteil. Die Region rund um den Dachstein zählt europaweit zu den beliebtesten Destinationen für Anleger. Baugründe in der Nähe von Tourismusorten, Chalets in Pistennähe, selbst baufällige Gebäude in der Einschicht garantieren ein Vermögen einzubringen. Verständlicherweise bekommen so manche Besitzer weiche Knie und wittern ihre Chance schnelles Geld zu machen.

Ein verwaistes Stallgebäude am Michaelerberg wurde im Zuge einer Erbschaft vom Bauernhaus entkoppelt. Das Gebäude steht auf einem 400 m² großen Grundstück mit malerischem Ausblick in das Tal. Nun soll verkauft werden. Kostenpunkt: 295.000 Euro. Laut Anzeige könne das „sehr ausbaufähige Almhaus“ bis zu „gut 200 m² Wohnfläche“ umgebaut werden. „Das ist so gar nicht möglich“, sagt Bürgermeister Hannes Huber. Das Gebäude befindet sich mitten im Freiland, und man könne nicht „aus einem Stallgebäude einen Wohnraum schaffen“, so Huber. Selbst ein Landwirt könne eine solche Widmungsänderung nur im Hofverbund und unter bestimmten Voraussetzungen durchführen. Auch sogenannte Scheinlandwirte, die vorgaukeln Landwirte zu sein es aber tatsächlich nur am Papier sind, hätten in diesem Fall schlechte Karten für einen Apartmentbau. Käufer für den Stall würde es geben, meint der Bürgermeister, aber zu einem Preis, der für den Zustand und die ursprüngliche Nutzung angemessen ist. Laut einem Gutachten liege man dort um die 50.000 Euro. Nach einer Unterredung mit dem Bürgermeister ist die Immobilienanzeige wieder verschwunden.