Staatseigentum schafft Korruption

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Die Casino-Affäre scheint ein ewig junges Thema in Österreich endlich in den Mittelpunkt zu rücken, nämlich den Postenschacher. Immerhin wird seit dem Zweiten Weltkrieg jedes Amt in staatsnahen Unternehmen, in der staatlichen Verwaltung selbst, in den Sozialversicherungen und hunderten anderen staatsnahen Organisationen fast ausschließlich nach Parteibuch und Freunderlwirtschaft vergeben. Das ist ungerecht und wirtschaftlich schädlich und gehört eigentlich seit jeher abgeschafft.
Fast fünfzig Jahre hat sich kaum jemand um das Thema gekümmert, in Zeiten der zwei Großparteien war das ganze Land paritätisch geteilt, unter kräftiger Beteiligung von Nebenorganisationen wie Kammern oder Gewerkschaften. Die Regierung konnte oft nur umsetzen, was von den Günstlingen im System gewollt war. Zudem haben sich diese „Würdenträger“ über die Jahrzehnte unglaubliche Privilegien geschaffen, die von den einfachen Bürgern bezahlt werden müssen. Der Anlass für das heuchlerische Geschrei der Gegenwart ist relativ einfach: Während die FPÖ als Regierungspartei an den Futtertrögen nachrückte, musste die SPÖ viele Positionen räumen. Die Zeit wäre daher reif, eine ehrliche Veränderung anzustreben. Die richtigen Mittel im staatlichen Bereich wären wirklich neutrale Ausschreibungen und Headhunter, die auch Entscheidungen treffen können. Und bei allen Unternehmen ist das Wundermittel gegen Korruption und Misswirtschaft ohnehin bekannt. Es lautet schlicht radikale Privatisierung.