Sperrstunde für die Ampel

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Nachdem die Reisewarnungen in Deutschland, Belgien und Holland jetzt auch für Innsbruck gelten, ist in Westösterreich Feuer am Dach. Immerhin stellen diese Länder den Großteil der Wintertouristen. Und ein Winter ohne Fremdenverkehr wäre für diese Bundesländer katastrophal, zumal fast die gesamte Wirtschaft massiv am Tourismus hängt. Die Vorverlegung der Sperrstunde in Tirol, Salzburg und Vorarlberg ist daher durchaus verständlich und wird wahrscheinlich auch von einem Teil der Gastronomen begrüßt. Anders sieht es in der Nachtgastronomie aus, die unter diesen Umständen gar nicht mehr aufsperren braucht.
Freilich bleiben nach dieser Entscheidung auch etliche Fragen offen. Warum etwa das am schwersten von Corona betroffene Wien bei der Regelung nicht mitmacht, während in einem Kärntner Bezirk ohne einen einzigen Fall trotzdem die Maskenpflicht eingeführt wird, versteht wirklich niemand mehr. Der eigentliche Sinn der Ampel, die grundsätzlich ja keine schlechte Idee war, wird mit solchen Entscheidungen endgültig ad absurdum geführt. Und man darf sich auch nicht wundern, wenn völlig widersinnige Regelungen auch nicht befolgt werden.
Die Grundidee, dass je nach Betroffenheit gewisser Regionen strengere oder weniger strenge Maßnahmen gelten sollen, wäre die beste Lösung. Und zwar für die Gesundheit und die Wirtschaft. Wenn man diese Chance verspielt, dann ist das äußerst schädlich, egal, ob Wahlen, Unvermögen oder Streit der Grund sind.