Spatenstich in Gaishorn am See

Die Kinder von Gaishorn am See bekommen ein neues Schulhaus. Die Bauarbeiten starten schon im Juli.

Gleich drei Feierlichkeiten fanden am vergangenen Samstag in Gaishorn am See statt: Die Einweihung des neuen Dorfplatzes, der Spatenstich für die Volksschule und das 125-jährige Jubiläum der örtlichen Freiwilligen Feuerwehr.
An diesem Tag erhielten die Dorfbewohner und alle Interessierten das letzte Mal die Gelegenheit, die alte Volksschule zu besichtigen. Schon am 1. Juli wird das über 200 Jahre alte Gebäude abgerissen. Denn die Liste der Mängel, die das alte Schulhaus aufweist, ist lang. 45 Punkte wurden durch das Land Steiermark beanstandet, darunter mangelnde Barrierefreiheit, Brandschutzmaßnahmen und Raumakustik. Nach Prüfung der notwendigen Investitionskosten war sich der Gemeinderat rasch einig: Ein Neubau muss her. Die Kosten dafür belaufen sich auf 3,6 Millionen Euro, wobei 2 Millionen Euro mittels Bedarfszuweisungen von Seiten des Landes fließen. „Den Rest müssen wir selbst stemmen“, sagt Gaishorns Bürgermeister Werner Haberl.
Der Neubau betrifft nicht nur die Volksschule, sondern auch den Mehrzwecksaal, der sich derzeit noch im Anschluss an das Schulhaus erstreckt. Nach Abschluss der Bauarbeiten wird er sich in das neue, barrierefreie Gebäude einfügen. Dazu wird das Dach abgetragen und ein darüber liegendes Stockwerk errichtet. Hier sind zwei Klassen, ein Pausenraum, die Direktion sowie ein Werk- und ein Gruppenraum angedacht. Sollten es die Schülerzahlen erfordern, kann letzterer als dritter Klassenraum genutzt werden. Viel Flexibilität bietet auch ein darunter liegender Raum im Erdgeschoß. Er kann sowohl als Klassen-, Besprechungs-, Musik-, oder Veranstaltungsraum genutzt werden. Ebenso im Erdgeschoß angesiedelt sind die Garderoben der Kinder und der Eingangsbereich. Den Mehrzwecksaal wird man im Zuge von Veranstaltungen künftig nicht mehr über das Schulhaus betreten. Hierfür ist ein eigener Eingang im Süden des Gebäudes vorgesehen.
Steigende Schülerzahlen
Ein Schuljahr lang müssen die Kinder in Containern unterrichtet werden, die als Ausweichquartier angemietet wurden. „Das ist zwar eine Herausforderung für Schüler als auch für Lehrer, doch ein neues Schulhaus ist eine absolute Notwendigkeit“, so Haberl, „denn eine gute Infrastruktur ist die Grundvoraussetzung für einen Ort, der für Familien attraktiv sein will.“ Und dieses Vorhaben scheint in Gaishorn gut gelungen. „Gaishorn ist einer der wenigen Gemeinden mit steigenden Schülerzahlen“, freut sich Bürgermeister Haberl. Und dieser Trend wird in den nächsten Jahren wohl nicht abreißen. „Unser Kindergarten ist voll bis auf den letzten Platz. Und das, obwohl wir die Gruppenanzahl bereits erweitert haben“, so Haberl. Aktuell werden neue Familienwohnungen errichtet, denn die Nachfrage ist groß. Schließlich verfügt Gaishorn neben einem alterserweiterten Kindergarten auch über einen Nahversorger, einen praktischen Arzt, ein Naherholungsgebiet, ein Schwimmbad und über mehr als 20 Vereine, die nun auch den neuen Dorfplatz für Veranstaltungen nutzen können. Dieser „Ort der Begegnung“ wurde ebenso am vergangenen Samstag feierlich eröffnet und umfasst eine überdachte Veranstaltungsbühne, Sitzplätze, eine E-Tankstelle, Schaukästen sowie ein paar Autoabstellplätze. „Die Gestaltung des neuen Dorfplatzes war das Ergebnis eines Bürgerbeteiligungsprozesses“, sagte Haberl und betonte: „Schließlich spielt sich das Gemeindeleben nicht im Gemeindeamt, sondern draußen im ganzen Ort ab. Und in dessen Gestaltung sollen die Bewohner aktiv eingebunden werden.“