Sparer in der Falle

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Nach einer Studie der Deutschen Bank verlieren die europäischen Sparer jährlich 160 Milliarden Euro durch die Nullzinspolitik der EZB. Zugute kommt dieses Geld den verschuldeten Staaten, die sich entsprechend billig finanzieren können. Ähnlich einer Sondersteuer zahlen also die Sparer für die Staatsschulden, leider auch noch ohne jede Hoffnung auf Besserung. Die meisten Staatsbudgets sind immer noch in erbärmlichem Zustand, eine Besserung des Zinsniveaus daher nicht in Sicht.
Erschwerend kommt dazu, dass aufgrund der strukturellen Probleme auch die Wirtschaft kaum noch von den geringen Zinsen profitiert. Normalerweise müsste Wirtschaftswachstum und Inflation in diesem Zinsumfeld sehr viel höher sein. Jetzt droht aber eine Stagnation, in der die Notenbank nach dem Lehrbuch die Zinsen senken müsste, was aber ohne Zwangsmaßnahmen vom aktuellen Niveau weg nicht mehr möglich ist.
Wir sitzen daher geldpolitisch in der Falle, primär weil die Staaten ihre strukturellen Hausaufgaben nicht gemacht haben und die niedrigen Zinsen nicht zur Sanierung ihrer Haushalte nutzten. Jetzt bleibt kein währungspolitischer Spielraum mehr und die Notenbank hat selbst keine Ahnung, wie es weitergehen soll. Bis auf weiteres bleiben daher die Sparer die Zahler, die keine Chance haben, ohne Risiko den Wert ihres Geldes zumindest zu erhalten. Und das wohlgemerkt zusätzlich zur rekordverdächtigen Steuerbelas­tung.