Sonderausstellung im Ramsauer Museum „Zeitroas“

Josef Tritscher ist seit der Eröffnung 2012 Leiter des Museums „Zeitroas“ in Ramsau.

Nach der erfolgreichen Serie „Faszination Dachstein“ startet eine weitere Sonderausstellung. Unter dem Motto „Zeitfenster“ werden einige fotografisch gut dokumentierte Raumsituationen der Hochfläche als Beispiel genommen und derselben Ansicht im Jahr 2020 gegenübergestellt. In der gut 100-jährigen Zeitspanne hat sich der Ort von einer eher schwer zugänglichen, bäuerlich strukturierten Streusiedlung in eine bekannte Tourismusgemeinde gewandelt.
Zwischen diesen Zeitabständen hat sich aber auch die Raumentwicklung zu einer politisch komplizierten Angelegenheit entwickelt. Sehr viele Interessen zerren an der Landschaft, viele Themen, die in vergangenen Zeiten nicht einmal denkbar waren, müssen heute aufeinander abgestimmt werden – ein paar Schlagwörter: Sportgroßveranstaltungen, Zweitwohnsitze, Zersiedelung, Infrastruktur, Verkehrsaufkommen, Parkräume. Mit der Ausstellung soll bewusst gemacht werden, wie sensibel die Ressourcen sind und wie wertvoll der Lebensraum ist. Dabei ist es spannend, wie hartnäckig manche Strukturen zu erkennen sind und auf das Erbe der Vergangenheit aufbauen. Dem ausführenden Planer der Sonderausstellung, Hannes Hoffert-Hösl, stand eine immens große Auswahl an Material zur Verfügung, welches er mit großer Sorgfalt akribisch aufgearbeitet hat. In der Ramsau ist Hoffert-Hösl kein Unbekannter, hat er doch in den letzten Jahren schon maßgeblich für das Museum gearbeitet und in einem Buch das Dachsteingebiet sachkundig beschrieben.
Mit der Bilddokumentation im Museum selbst ist die Thematik jedoch nicht erschöpft. Während der kommenden Wochen werden an zehn ausgewählten Plätzen der Ramsau große Fototafeln montiert, wobei man links die „alte“ Ansicht anschauen kann; die rechte Seite bleibt frei und der Betrachter kann sich von genau derselben Stelle aus ein „Bild von heute“ machen und damit die unterschiedliche Entwicklung vor Augen führen. Das Projekt der Sonderausstellung wird von Gemeinde, Tourismusverband und Museumsverein mit finanzieller Unterstützung des Landes Steiermark und der Europäischen Union gemeinsam getragen.
Aber auch sonst wartet das Museum noch mit einigen Neuheiten auf. So wurde zum Beispiel die geologische Sammlung von Gestein aus dem Dachsteinkalk und dem Urgestein der Tauern erweitert und gibt damit einen anschaulichen Überblick über die Dachstein-Erschließungsgeschichte. Neu ist auch eine von Irmgard Suntinger speziell für Kinder gestaltete Führung durch das Museum. Diese findet gegen Voranmeldung im Tourismusbüro (Tel. 03687/818338) während der Ferienzeit jeden Mittwoch am Nachmittag statt. Die regulären Öffnungszeiten sind Montag und Dienstag von 10 bis 12.30 Uhr und Donnerstag und Freitag von 15 bis 18 Uhr, am Mittwoch ist sowohl vormittags als auch nachmittags geöffnet. Betreut werden die Besucher von abwechselnd acht Frauen und Männern, welche ihre Tätigkeit ehrenamtlich und mit großem Engagement ausüben.