Sommersbergsee: Insolvenzverwalter könnte für Ordnung sorgen

Es könnte sein, dass sich die Barrikaden am Sommersbergsee bald auf­lösen.

Nicht mehr lange und die Geschehnisse um den Sommersbergsee gehen in die vierte Saison. Viel ist passiert, noch mehr Barrikaden wurden aufgebaut. Die Hoffnungen ruhen nun am Insolvenzverwalter, der hoffentlich bald für Ordnung sorgen wird.
Es wird wohl nicht so oft vorkommen, dass innerhalb von acht Tagen zwei Insolvenzverwalter absagen, einen Fall zu übernehmen. So passiert rund um das Schuldenregulie­rungsverfahren, welches am Be­zirks­gericht Liezen nun über Johannes Wasner eröffnet wurde. Zuerst waren es die Rechtsanwälte Scherbaum Seebacher, danach Choc und Axmann, alle aus Graz, die diesen Fall dankend zurückgaben. Michael Lentsch aus Wiener Neustadt von der Kanzlei Kosch & Partner hat nun das Verfahren übernommen. Die Sozie­tät hat mehrere interessante Fälle laufen, unter anderem auch das Konkursverfahren der Commer­zial­bank Mattersburg. Die nächsten Schritte erklärt der Anwalt der Stadt­gemeinde Bad Aussee, Horst Pechar: „Sämtliche Ver­fahren, die Johannes Wasner angestrebt hat, sind somit unterbrochen und es entscheidet der Massever­walter, ob er in diese Verfahren überhaupt eintritt. Er muss darüber befinden, ob diese zielführend sind oder nicht. Wenn sämtliche anhängige Verfahren beendet sind, kann auch das auf einem Treuhandkonto geparkte Geld für den Verkauf an Dr. Reinhard Hohenberg bzw. dessen dafür gegründete Gesellschaft an Johannes Wasner bzw. der zuständigen Bank ausbezahlt werden. Bisher hat ja Herr Lanz die Auszahlung verhindert, weil sinnbefreit prozessiert wurde. Leider hat sich der ehemalige Eigentümer des Sommers­bergsees Lanz ausgeliefert und er wurde mit diesem in viele Prozesse verwickelt“, wie er erklärt.
Für Johannes Wasner selbst stellt sich die Sachlage etwas anders dar. Auf eine schriftliche Anfrage auf die Frage, ob er froh sei, dass das Insolvenzverfahren nun vielleicht den Kaufvertrag am Treuhandkonto loseist, meinte er: „Aus der Frage entnehme ich, dass du ein Auftragschreiber von Hohenberg, Frosch, Schuster und Genossen bist. Es gab nie einen vereinbarten, sondern einen betrügerischen Kaufpreis. Es wird jedenfalls nicht zu einer Durchführung des betrügerischen Kaufversuchs kommen, wie sich allein schon aus dem Gutachten der zentralen Staatsanwaltschaft zur Verfolgung von Wirtschaftssachen und Korruption erweist. Ich habe schon zwei unberechtigte Sach­walter­schaftsanträge durchgestanden und werde diese – durch Täu­schung herbeigeführte, unberechtigte – Insolvenzeröffnung auch erfolgreich bekämpfen. Es geht mir blendend, nicht zuletzt, weil mich viele Ausseer unterstützen. Ich bin weder überschuldet noch zahlungsunfähig.“